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Vom Manager zum Burger-Verkäufer

In den USA müssen immer mehr Pensionäre arbeiten gehen, weil sie nicht genug Geld auf der Seite haben. Besonders spektakulär ist die Geschichte eines 78-jährigen Ex-Marketing-Managers.

Einst jonglierte er mit Zahlen, heute brät er Burger: Der 78-jährige Tom Palome aus Florida.
Einst jonglierte er mit Zahlen, heute brät er Burger: Der 78-jährige Tom Palome aus Florida.
Bloomberg

Vor ziemlich genau einem Jahr ging seine Geschichte um die Welt: Der 78-jährige Tom Palome aus Florida war einst Vizechef der Marketingabteilung von Oral-B. Sein Jahreslohn war sechsstellig, er flog in der Businessclass zu Geschäftstreffen in Europa. Dann wurde Palome pensioniert – und merkte, dass seine Ersparnisse nirgendwohin reichen. Vom wenigen Geld, das er zurückgelegt hatte, verlor er zudem einen grossen Teil in der Finanzkrise 2008.

Seine Kinder boten ihm Hilfe an, doch die wollte Palome nicht annehmen. Um sich weiterhin ein einigermassen anständiges Leben finanzieren zu können, ging er auf Jobsuche. Und nahm gleich zwei Stellen an: Für 10 Dollar pro Stunde verteilte er in einem Kaufhaus Essenskostproben, für 7,98 Dollar pro Stunde briet er Burger in einem Golfclubrestaurant.

Im September 2013 berichtete das Nachrichtenportal Bloomberg zum ersten Mal über Tom Palome. Zahlreiche Medien griffen die Geschichte auf, Palome wurde zu Vorträgen eingeladen und erhielt Jobangebote. Fast sah es so aus, als würde der Ex-Manager zum Vorbild einer neuen Generation von Pensionierten. Nach einigen Monaten verflog die Hysterie um den 78-Jährigen, doch seine Geldprobleme waren immer noch da.

Einer von vielen klammen Pensionären

Darum bedient Palome heute wieder seine Gäste im Golfclub. Den Job im Kaufhaus musste er nach einer Knieoperation aufgeben. Er arbeitet 20 Stunden pro Woche und bessert sein Einkommen so um 300 Dollar auf. Mit dem Geld bezahlt er die Flugtickets, die er braucht, um seine vier Kinder und zwei Enkelsöhne zu besuchen, finanziert Reparaturen im Haus und andere Extras.

Wann er sich definitiv pensionieren lassen will, weiss Palome nicht. Er braucht das zusätzliche Geld, und ausserdem arbeitet er gerne im Golfclub: «Ich spreche die Sprache meiner Kunden, weil ich selber Golf spiele. Ich kann sie Dinge fragen wie: ‹Und, wie lief es heute mit den ersten neun Löchern?›»

Palome ist bei Weitem nicht der einzige US-Pensionär, der weiterarbeitet. Die Zahl der über 65-jährigen Angestellten hat in den letzten zehn Jahren um 67 Prozent zugenommen. Viele von ihnen haben wie Palome nicht genug Erspartes, um sich ganz pensionieren zu lassen. Das durchschnittliche Guthaben von Paaren kurz vor der Pension ist laut einer Studie des Federal Reserve (Fed) in den letzten drei Jahren von 120'000 auf 111'000 Dollar gesunken. Die Hälfte der 50- bis 64-Jährigen glaubt zudem nicht, dass sie bis zur Pensionierung noch genug sparen können, um sich danach bis zum Lebensende selber zu finanzieren.

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