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Über 2000 Menschen mussten neu zum RAV

Die Arbeitslosenquote ist im vergangenen Monat wieder angestiegen. Dies obwohl gleichzeitig nicht wenige Arbeitssuchende ihr Recht auf Arbeitslosengeld verloren.

Die Arbeitslosigkeit in der Schweiz ist im Juli weiter gestiegen. Mit 128'516 lag die Zahl der Arbeitslosen Ende Monat 1,6 Prozent höher als noch im Juni. Grund der Zunahme ist hauptsächlich der übliche Anstieg der Jugendarbeitslosigkeit in den Sommermonaten.

Mit den unter dem Strich 2018 zusätzlich arbeitslos gemeldeten Personen ist im Juli auch die Arbeitslosenquote von 2,9 Prozent auf 3,0 Prozent gestiegen, wie das Staatssekretariat für Wirtschaft (Seco) mitteilte. Die um saisonale Effekte bereinigte Quote blieb unverändert bei 3,2 Prozent.

Boris Zürcher, der neue Leiter der Direktion Arbeit beim Staatssekretariat für Wirtschaft (Seco), will den Anstieg der Arbeitslosigkeit im Juli nicht überbewerten. Rund ein Drittel der zusätzlich arbeitslos gewordenen Personen seien Jugendliche und Junge, die nach Abschluss einer Ausbildung nun auf Jobsuche seien, sagte er.

Dementsprechend ist in der Altersgruppe der 15- bis 24-Jährigen die Arbeitslosenquote auch von 2,8 Prozent auf 3,1 Prozent gestiegen. Im Juli und im August nimmt die Jugendarbeitslosigkeit allerdings immer zu, im Rest des Jahres geht sie normalerweise wieder zurück. Allerdings war die Zahl der Arbeit suchenden Jugendlichen Ende Juli mit rund 17'600 doch 6,6 Prozent höher als zum gleichen Zeitpunkt im Vorjahr.

Auswirkungen der Schuldenkrise

Der Anstieg der Arbeitslosigkeit ist denn neben saisonalen Gründen auch auf konjunkturelle Gründe zurückzuführen. In der gegenwärtigen Wirtschaftslage müsse man mit einer kontinuierlichen Zunahme rechnen, so Zürcher. Hauptsächlich stammten die neuen Arbeitslosen aus exportorientierten Branchen. «Dies dürfte eine Auswirkung der Schuldenkrise in Europa sein, die ja keineswegs schon vorüber ist.»

Für den Chef der Direktion Arbeit beim Seco hält sich der Schweizer Arbeitsmarkt angesichts der Konjunkturlage in Europa aber weiterhin gut. «Wir sehen derzeit keine Anhaltspunkte, dass unsere Prognosen revidiert werden müssten», sagte er.

Das Seco geht fürs ganze Jahr 2013 von einer durchschnittlichen Arbeitslosigkeit von 3,3 Prozent aus. 2012 belief sich diese auf 2,9 Prozent, 2011 lag sie bei 2,8 Prozent und 2010 nach der Finanzkrise bei 3,5 Prozent.

Kurzarbeit rückläufig

Im Juli stieg allerdings nicht nur die Zahl der bei den Regionalen Arbeitsvermittlungszentren (RAV) arbeitslos gemeldeten Personen, sondern auch jene der Stellensuchenden, wenn auch weniger stark. Zu den Stellensuchenden zählt das Seco auch nicht arbeitslose Personen, darunter solche in Umschulungsprogrammen oder temporären Beschäftigungsprogrammen.

Stellensuchende gab es gemäss offizieller Statistik Ende Juli 181'398, 0,9 Prozent mehr als im Juni und 8,5 Prozent mehr als ein Jahr davor. Offene Stellen dagegen waren den RAV mit 14'031 im Monatsvergleich 4,1 Prozent weniger bekannt.

Zurückgegangen ist indes auch die Kurzarbeit. Im Mai – jenem Monat, für welchen das Seco die entsprechenden Zahlen veröffentlicht hat – arbeiteten noch 6256 Personen in 567 Unternehmen kurz. Die Zahl der Kurzarbeitenden sank damit gegenüber April um 16,4 Prozent, die Zahl der Betriebe mit einer Kurzarbeitsbewilligung um 7,4 Prozent.

SDA/mrs

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