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Starker Franken sorgt für frostiges Exportklima

Die Margen schmelzen dahin, der Konkurrenzdruck wächst wegen des starken Frankens: Fast drei von vier kleinen und mittleren Unternehmen in der Schweiz sehen laut Exportindikator düstere Wolken am Horizont.

Der Verkauf von Schweizer Produkten im Ausland wird schwieriger: Ein Lastwagenfahrer beim Grenzübergang Thayngen in Schaffhausen.
Der Verkauf von Schweizer Produkten im Ausland wird schwieriger: Ein Lastwagenfahrer beim Grenzübergang Thayngen in Schaffhausen.
Keystone

Der starke Franken und die abschwächende Auslandkonjunktur machen den kleinen und mittleren Unternehmen (KMU) in der Schweiz immer mehr zu schaffen. Dies geht aus dem heute publizierten KMU-Exportindikator von Credit Suisse (CS) und Osec hervor.

Wie die Grossbank und der Aussenwirtschaftsförderer weiter mitteilten, sieht sich die Mehrheit der KMU zudem mit einem steigenden Margendruck konfrontiert. Für das vierte Quartal 2011 befürchten 83 Prozent der befragten Unternehmen negative Auswirkungen auf ihre Gewinnmargen durch den starken Franken. Im Vorquartal waren es noch 78 Prozent gewesen.

Die Prozentzahl der KMU, die aufgrund der Frankenstärke eine Verlangsamung des Exportwachstums erwarten, vergrösserte sich im Vergleich zum Vorquartal von 67 Prozent auf 73 Prozent. Insbesondere die Metallindustrie, der Maschinenbau und die Präzisionsindustrie wähnen sich von der Wechselkurswirkung stark betroffen - bei allen dreien liegt der Prozentanteil über 80.

Verlangsamtes Wachstum

Trotz Verlangsamung der Exportentwicklung in allen Branchen lägen die Schweizer Exporte insgesamt aber weiterhin im Wachstumsbereich, so CS und Osec. Allerdings: Hatten zur Jahresmitte 45 Prozent der Unternehmen für das kommende Quartal mit einem Wachstum ihrer Exporte gerechnet, so sind es jetzt noch 32 Prozent.

Diejenigen KMU, die in den nächsten Monaten höhere Exporte erwarten, führen dies in erster Linie auf Produktinnovationen, verstärkte Marketinganstrengungen und eine veränderte Preispolitik zurück. Letzteres dürfte gemäss CS und Osec darauf zurückzuführen sein, dass das Euro-Wechselkursziel der Schweizerischen Nationalbank (SNB) berechenbarere Grundlagen für die Preissetzung geschaffen hat.

Top-Exportdestination Europa

Gleichzeitig räumen die beiden Institute ein, dass die Auswirkung dieser SNB-Massnahme auf die Stimmung der Schweizer KMU in den kommenden Quartalen erst noch abzuwarten bliebe. Ihre KMU-Befragung hätten sie nämlich kurz nach Bekanntwerden der Massnahme durchgeführt.

Wie CS und Osec ausführen, bleibt Europa weiterhin die mit Abstand bedeutendste Absatzregion für Schweizer Ausfuhren - ungeachtet von Frankenstärke und Eurokrise. So gaben 91 Prozent der KMU an, in den nächsten sechs Monaten nach Europa zu exportieren. 49 Prozent wollen in den asiatischen Raum, 38 Prozent nach Nordamerika liefern.

SDA/rub

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