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Sie sinkt und sinkt und sinkt

Im Oktober 2009 lag die Arbeitslosenquote der USA noch bei 10 Prozent. Seither ging sie zurück. Heute meldet das Arbeitsministerium ein neues Vierjahres-Tief von 7,4 Prozent – trotzdem rümpft Wallstreet die Nase.

Viele Jobs mit tiefen Löhnen: Eine Frau näht an einem Schlafsack für Obdachlose in Detroit. (18. Juli 2013)
Viele Jobs mit tiefen Löhnen: Eine Frau näht an einem Schlafsack für Obdachlose in Detroit. (18. Juli 2013)

Der US-Arbeitsmarkt erholt sich weiter und lässt eine Abkehr der Notenbank von hoch dosierten Konjunkturspritzen näher rücken. Wie das Arbeitsministerium am Freitag mitteilte, sank die Erwerbslosenquote im Juli auf 7,4 von 7,6 Prozent im Vormonat. Niedriger war das Niveau zuletzt im Dezember 2008. Sollte der Trend im Spätsommer anhalten, könnte die US-Notenbank Fed ab dem Herbst einen Abbau ihrer Milliardenhilfen konkret ins Auge fassen.

Allerdings wurden in der Wirtschaft weniger neue Stellen geschaffen als erwartet, wie aus der separat ermittelten Job-Statistik des Ministeriums hervorgeht. Die Zahl der Beschäftigten ausserhalb der Landwirtschaft stieg demnach nur um 162'000. Von Reuters befragte Experten hatten mit 184'000 gerechnet.

Dass sich beim Jobaufbau und der Quote eine unterschiedliche Tendenz ergibt, liegt an der Erhebungsmethode der Daten. Die Quote fusst auf einer separat ermittelten Haushaltsbefragung. Dabei werden Arbeitslose nicht erfasst, die sich nicht aktiv um eine Stelle bemühen.

Worauf die Fed wartet

Trotz der niedrigeren Arbeitslosenquote überwog am Aktienmarkt die Enttäuschung über die langsamere Erholung der Konjunktur. An der Wall Street eröffnete der Dow Jones im Minus.

Die US-Notenbank hatte nach ihrem jüngsten Zinsentscheid beklagt, die Arbeitslosenquote sei noch immer zu hoch. Sie erwägt, ihre Konjunkturspritzen in Höhe von monatlich 85 Milliarden Dollar zu verringern, macht dies aber von einer durchgreifenden Erholung am Arbeitsmarkt abhängig. Dass die Fed den Einstieg in den Ausstieg der Politik des billigen Geldes bereits auf ihrer kommenden Zinssitzung im September wagen wird, bezweifeln Experten nun allerdings.

Privatwirtschaft als Treiber

Für Impulse sorgte im Juli erneut die Privatwirtschaft, die 161'000 Jobs einrichtete. Dienstleister stellten 157'000 Mitarbeiter ein. In der Industrie waren es immerhin 6000 Jobs. Allerdings wurden am Bau im gleichen Umfang Stellen abgebaut.

Während die Zahlen aus der Privatwirtschaft insgesamt unter den Erwartungen lagen, überraschte der Staatssektor positiv: Die öffentliche Hand strich unter dem Strich keine Stellen mehr, sondern baute 1000 Arbeitsplätze auf.

Positive Nachrichten kommen auch von den Konsumenten: Die US-Konsumausgaben stiegen um Juni um 0,5 Prozent im Vergleich zum Vormonat, wie das Handelsministerium mitteilte. Im Mai hatte es lediglich ein Plus von 0,2 Prozent gegeben.

Zuletzt präsentierte sich die Wirtschaft robuster als gedacht. Doch die Fed traut dem Aufschwung noch nicht über den Weg: Die Wirtschaft wuchs im ersten Halbjahr um 1,4 Prozent, im Vorjahreszeitraum hatte sie noch um 2,5 Prozent zugelegt.

Die Notenbank spricht von einer Erholung mit mässigem Tempo. Fed-Chef Ben Bernanke hatte jüngst zudem klargemacht, dass der Arbeitsmarkt noch lange nicht über den Berg ist. Die Quote muss demnach erst auf etwa sieben Prozent fallen, bevor die Fed ihre Anleihenkäufe zur Stützung der Wirtschaft komplett einstellen kann.

SDA/rub

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