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Seco rechnet mit weniger Arbeitslosen

Die Schweiz profitiert von der anziehenden Weltkonjunktur: Laut dem Seco gibt es wenig, was in den kommenden zwei Jahren die wirtschaftlichen Aussichten trübt. Weniger euphorisch ist die CS.

Das Staatssekretariat für Wirtschaft (Seco) prognostiziert für das laufende Jahr ein Wachstum des Bruttoinlandprodukts (BIP) um 2,2 Prozent, wie am Dienstag mitgeteilt wurde. Bei der letzten Prognose im Dezember hatte das Seco noch mit einem Wachstum von 2,3 Prozent gerechnet.

Die leichte Senkung sei auf das eher schwache vierte Quartal 2013 in der Schweiz zurückzuführen, sagte Bruno Parnisari, Leiter des Ressorts Konjunktur beim Seco, gegenüber der Nachrichtenagentur sda.

Im vierten Quartal des vergangenen Jahres war das BIP verglichen mit dem Vorjahresquartal um 1,7 Prozent gewachsen. Dieser Wert ist im Vergleich mit dem durchschnittlichen Wachstum im letzten Jahr tief. Über das gesamte Jahr 2013 lag das Wachstum bei 2 Prozent, was das Seco als «solid» bezeichnet.

Die Annahme der Masseneinwanderungsinitiative habe dagegen keinen direkten Zusammenhang mit der Senkung der Konjunkturprognose für das laufende Jahr, sagte Parnisari. Die Initiative stelle nur ein potenzielles, zukünftiges Prognoserisiko dar.

Konjunkturrisiko SVP-Initiative

Längerfristig könnte die Masseneinwanderungsinitiative dem Seco zufolge zwar durchaus wirtschaftliche Konsequenzen haben, diese seien aber derzeit kaum abschätzbar. Die Auswirkungen würden stark von der konkreten Umsetzung der Initiative und der zukünftigen Beziehung der Schweiz mit der EU abhängen, schreibt das Seco.

Ein potenzielles Risiko bestehe darin, dass sich die erhöhte Planungsunsicherheit dämpfend auf das Investitionsverhalten der Firmen auswirken könnte. Allerdings gibt es dem Seco zufolge andere Faktoren, die einer solchen Investitionsschwäche entgegenwirken. So dürften die anziehende Weltkonjunktur, höhere Kapazitätsauslastungen und tiefe Zinsen Investitionen begünstigen.

CS-Ökonomen befürchten Ende des «Super-Zyklus»

Ein drastischeres Bild bezüglich der möglichen Auswirkungen der Masseneinwanderungsinitiative zeichnen dagegen die Ökonomen der Credit Suisse. Die Annahme der Initiative gefährde den «Super-Zyklus» aus Zuwanderung, Immobilienboom und tiefen Zinsen, welcher der Schweiz im vergangenen Jahr ein höheres Wachstum als vergleichbaren Ländern beschert habe, heisst es in einer Medienmitteilung.

Zwar ist man bei der Credit Suisse ebenfalls der Meinung, dass die Auswirkungen auf das Wachstum im laufenden Jahr eher gering sein dürften. Die Ökonomen der Grossbank belassen daher ihre Wachstumsprognose für 2014 unverändert bei 2,0 Prozent. Das mittel- und langfristige Wachstumspotenzial könnte aber ernsthaft beeinträchtigt worden sein, finden die Credit-Suisse-Ökonomen und prognostizieren für 2015 deshalb ein abgeschwächtes Wachstum von noch 1,8 Prozent.

Demgegenüber wirkt die Wachstumsprognose des Seco für 2015 geradezu euphorisch. Das Staatssekretariat rechnet für das kommende Jahr nach wie vor mit einem starken Wachstum von 2,7 Prozent.

Anziehender Aussenhandel

Die optimistischen Prognosen begründet das Seco primär mit der sich verbessernden Weltkonjunktur. Die positive internationale Dynamik dürfte den Aussenhandel nach einigen verhaltenen Jahren wieder ankurbeln, schreibt das Seco.

Bis Ende 2013 verlief die Wirtschaftsentwicklung in der Schweiz nach wie vor zweigeteilt zwischen einer dynamischen Binnenwirtschaft und gedämpften exportorientierten Sektoren. Nun rechnet das Seco wieder mit positiven Impulsen aus dem Aussenhandel, welche die weiterhin robuste Binnennachfrage abrunden dürften.

Vor allem die USA geben Anlass zu Hoffnungen. Deren Wirtschaft dürfte 2014 und 2015 in «lebhaftem Tempo» wachsen, schreibt das Seco. Auch im Euroraum bessere sich die Konjunkturlage langsam.

Getrübt wird das Bild einzig durch die Schwellenländer: Hier sei die Konjunktur nach wie vor ausser Tritt. Anfang 2014 kam es im Zuge der geldpolitischen Wende in den USA abermals zu abrupten Kapitalabflüssen. Um die Situation zu stabilisieren griffen diverse Schwellenländer zu restriktiver Geldpolitik, was die Konjunktur zusätzlich bremse.

Das Seco bewertet die Verwundbarkeit vieler Schwellenländer gegenüber Kapitalabflüssen denn auch als mögliches Risiko für die schweizerische Wirtschaftsentwicklung. Auch die nach wie vor wacklige wirtschaftliche Erholung im Euroraum und der Konflikt zwischen Russland und der Ukraine werden als solche Risiken eingestuft.

SDA/rub

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