Schweizer sind am innovativsten

Die Schweiz hat im neuen WEF-Ranking 137 Staaten hinter sich gelassen. Sie bleibt das wettbewerbsfähigste Land der Welt.

Wissenschaft und Wirtschaft arbeiten in der Schweiz eng zusammen: Globus der Wissenschaft und Innovation am Cern in Genf.

Wissenschaft und Wirtschaft arbeiten in der Schweiz eng zusammen: Globus der Wissenschaft und Innovation am Cern in Genf.

(Bild: Keystone Martial Trezzini)

Die Schweiz baut ihre Siegesserie aus: Zum achten Mal hintereinander ist sie das wettbewerbsfähigste Land der Welt. Zu diesem Schluss kommt die alljährliche Studie des Weltwirtschaftsforums (WEF). Dahinter folgen wie im Vorjahr Singapur und die USA.

Die Schweiz hat sich gegenüber dem Vorjahr nochmals leicht verbessert. Mit 5,8 Punkten auf einer Skala von 1 bis 7 hat sie den höchsten Punktestand seit Einführung der gegenwärtigen Methodologie im Jahre 2007 erreicht. Für den globalen Wettbewerbsbericht 2016-2017 wurden 138 Länder nach 12 Oberkategorien untersucht.

Fruchtbares Innovationsökosystem

Die Schweiz liegt bei vier von zwölf Oberkategorien an der Spitze. In elf Kategorien landet sie in den Top 10. Einzig bei der Marktgrösse ist das Land naturgemäss abgeschlagen auf Platz 39 von 138 Ländern.

Spitze sei die Schweiz bei der Effizienz des Arbeitsmarkts, beim direkten Geschäftsumfeld und den Geschäftsmodellen von Unternehmen, bei der Innovation sowie zum ersten Mal bei der technologischen Bereitschaft. Die Schweiz habe wohl eines der fruchtbarsten Innovationsökosysteme, hält das WEF fest.

Hürden für Firmengründer

Das politische System und die Infrastruktur seien förderlich, die Hochschulen und Universitäten seien herausragend. Gleichzeitig vermöge die Schweiz, die besten Talente anzuziehen. Pluspunkte seien auch die zahlreichen Grosskonzerne, das dichte Netz an KMU sowie die enge Zusammenarbeit zwischen Wissenschaft und Wirtschaft.

Relative Schwachpunkte der Schweiz seien die hartnäckige Deflation sowie der Mangel an Wettbewerb, schrieb das WEF. Auch bestünden Hürden für Firmengründer, relativ hohe Eintrittsbarrieren in den hiesigen Markt sowie eine im internationalen Vergleich tiefe Beteiligung von Frauen am Arbeitsmarkt.

Kritik an Geldpolitik der Zentralbanken

Auf globaler Ebene stelle der in den letzten zehn Jahren gesunkene Offenheitsgrad von Volkswirtschaften ein Risiko für die Weltwirtschaft und die Innovation dar, schrieb das WEF. Schuld am Abwärtstrend des letzten Jahrzehnts sei in erster Linie die Zunahme von nichttarifären Handelshemmnissen.

Der sinkende Offenheitsgrad in der Weltwirtschaft sei ein Risiko für einen neuen Aufschwung und zukünftigen Wohlstand, wird WEF-Gründer Klaus Schwab zitiert. Führungspersönlichkeiten müssten den Trend der letzten zehn Jahre umkehren und gleichzeitig für ein Wachstum sorgen, das viele Menschen mitnehme. Denn jeder solle die Chance haben, von der wirtschaftlichen Wettbewerbsfähigkeit zu profitieren.

Kritik übte das WEF an der ultralockeren Geldpolitik der grossen Zentralbanken. Die quantitative Lockerung und andere geldpolitische Massnahmen reichten nicht unbedingt aus, um langfristiges Wachstum in den Industriestaaten wieder anzukurbeln. Grundvoraussetzung für den Erfolg des Programms sei vielmehr, dass bereits eine starke Wettbewerbsfähigkeit bestehe.

Südeuropa hinkt hinterher

Fortschritte bei der Wettbewerbsfähigkeit haben die Niederlande gemacht, die Deutschland von Platz vier verdrängt haben. Einen Sprung um drei Plätze machten Schweden (6) und Grossbritannien (7). Das Ergebnis für Grossbritannien basiere allerdings auf Daten aus der Zeit vor der Brexit-Abstimmung, hiess es.

Während mittel- und nordeuropäische Staaten die Top 10 dominieren, hinken die Krisenländer Südeuropas weiterhin weit hinterher. Spanien hat sich zwar um einen Platz auf Rang 32 verbessert, Italien dagegen um einen Rang auf Platz 44 verschlechtert. Portugal rutschte gar acht Plätze auf Rang 46 ab, Griechenland um fünf Plätze auf Rang 86. Damit ist der Aufwärtstrend von Hellas in den letzten Jahren wieder vorbei.

ij/sda

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