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Schweizer Hotels erhalten nur mittelmässige Noten

In einem internationalen Vergleich der Online-Bewertungen von Hotels in 48 Städten schaffen es Zürich und Genf nicht in die Top 10. Der Grund ist «beunruhigend», findet ein Experte.

Beim Service und der Sauberkeit schnitten die Schweizer Hotels sehr gut ab: Eine Frau nimmt ihren Zimmerschlüssel im Hotel Mirabeau in Verbier VS. (26. August 2010)
Beim Service und der Sauberkeit schnitten die Schweizer Hotels sehr gut ab: Eine Frau nimmt ihren Zimmerschlüssel im Hotel Mirabeau in Verbier VS. (26. August 2010)
Jean-Christophe Bott, Keystone

Die Zürcher Hotels kommen in Online-Bewertungen nur mittelmässig weg, die Genfer Betriebe noch schlechter. Am besten schneiden die Hotels in den südafrikanischen Städten Kapstadt und Johannesburg sowie in der litauischen Hauptstadt Vilnius ab. Im internationalen Vergleich belegt Zürich Platz 11, Genf Platz 26. Der letzte und 48. Platz geht an Dschidda am Roten Meer.

Zürich erreicht in der heute vom Beratungsunternehmen pwc veröffentlichten Studie beim Global Review Index (GRI) im Durchschnitt 82 Prozent, die Genfer Hotels 79 Prozent. Weitere Schweizer Städte wurden nicht ausgewertet. Der Sieger Kapstadt erreichte 86 Prozent, die Nummer zwei Vilnius 84,6 Prozent und Johannesburg 84,2 Prozent.

«80 ist die neue Null»

Der Durchschnitt der Städte in West- und Zentraleuropa liegt bei 78 Prozent, gleichviel erreichen auch die Hotels im Mittleren Osten und in Afrika. In Osteuropa liegt der Durchschnitt bei 82 Prozent und in Indien bei 76 Prozent.

Ohne Schweizer Beteiligung: Die Top-10-Destinationen gemäss Online-Hotelbewertungen mit den GRI-Bewertungen. (Auflistung: pwc)
Ohne Schweizer Beteiligung: Die Top-10-Destinationen gemäss Online-Hotelbewertungen mit den GRI-Bewertungen. (Auflistung: pwc)

Gemäss Nicolas Mayer, bei pwc zuständig für das Geschäftssegment Hotel & Tourismus, täuschen die hohen Prozentwerte über die Realität hinweg. «In Online-Hotelbewertungen ist 80 die neue Null», sagt er. «Wer ein Hotel nur mit 80 Punkten bewertet statt der möglichen 100 kommt kaum wieder», sagt er. Er vergleicht das mit anderen Branchen folgendermassen: «Wenn sie ein Produkt kaufen und nur jedes Fünfte ist gut, dann sind Sie nicht zufrieden».

Preis-Leistung mangelhaft

Die Zürcher und Genfer Hotels haben zwar beim Service und der Sauberkeit sehr gut abgeschnitten, doch das Preis-Leistungsverhältnis ist ihre Schwäche. «Das ist beunruhigend, denn diese Komponente ist oftmals emotional, ein Bauchgefühl, das viel mit den Erwartungen zu tun hat», sagt Mayer. Verbessern liesse sich das Preis-Leistungsempfinden wohl am ehesten durch das Verhalten des Personals, das von den Arbeitgebern aber auch Zeit für die Gästebetreuung und entsprechende Entlöhnung erhalten sollte.

Zudem rät Mayer den Hoteliers, die Online-Bewertungen ernster zu nehmen. «Viele erachten diese Bewertungen als Spielerei oder rechnen damit, dass das Internet sowieso wieder verschwindet. Sie verkennen die Relevanz. Die Auswertungen zeigen: So denkt man über uns in der Welt», sagt er. Die Fünfsterne- und Viersterne-Häuser schnitten in Zürich und Genf immerhin besser ab als die Drei-Sterne-Betriebe.

Für den GRI der Studie hat pwc Daten aus 142 Online-Bewertungsportalen sowie Sozialen Netzwerken ausgewertet. Auch Kommentare konnten kategorisiert und zugeordnet werden. Zudem haben die Experten die Daten gewichtet.

SDA

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