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Schweizer Firmen verlieren Milliarden wegen unbezahlter Rechnungen

2010 haben Schweizer Unternehmen wegen offener Forderungen neun Milliarden Franken in den Wind schreiben müssen. Das Inkasso-Unternehmen Intrum Justitia warnt vor Exporten in bestimmte Länder.

Schweizer Firmen bleiben im vergangenen Jahr auf offenen Rechnungen in der Höhe von 9 Milliarden Franken sitzen. Damit ist der Verlustbetrag im Vergleich zum Vorjahr um 4 Prozent gestiegen, wie das Inkasso-Unternehmen Intrum Justitia zu seinem heute veröffentlichten «European Payment Index» mitteilte. Der Index wurde bei 6000 Firmen in 25 europäischen Ländern erhoben.

Schweiz mit guter Zahlungsmoral

Europaweit wurden 2,7 Prozent aller Forderungen nicht beglichen. Im Vorjahr hatte dieser Wert bei 2,6 Prozent gelegen. In der Schweiz war die Zahlungsmoral deutlich besser. 1,8 Prozent der Forderungen wurden nicht beglichen nach 2,3 Prozent im Vorjahr.

Das Vertrauen der Schweizer Unternehmen in die Kreditwürdigkeit ihrer Partner ist dementsprechend höher als im europäischen Umfeld. In der Schweiz rechnen 4 Prozent der Unternehmen in den nächsten zwölf Monaten mit steigenden Kreditrisiken, in Europa sind es 32 Prozent.

Zögerliche Zahler

Neben der Ausfälle machen Zahlungsverzögerungen den Unternehmen zu schaffen. 28 Prozent der befragten Firmen in Europa sehen in ihnen eine Bedrohung der Existenz, in der Schweiz betrachten nur 11 Prozent Verzögerungen als bedrohlich oder hinderlich für das Wachstum.

Insgesamt setzte sich der Niedergang der Zahlungsmoral in Europa fort. Unternehmen beglichen ihre Rechnungen im Schnitt nach 56 Tagen. Die öffentliche Hand liess sich sogar 65 Tage Zeit, während die Konsumenten nach 40 Tagen vergleichsweise prompt das Portemonnaie zückten. Die Fristen sind länger als 2009.

Die öffentliche Hand zahlt nach 49 Tagen

In der Schweiz konstatierte Intrum Justitia hingegen Besserung: Unternehmen zahlten nach 40 Tagen, die öffentliche Hand nach 49 und die Konsumenten nach 35.

Aufgrund der Studie rät Intrum Justitia Schweizer Exportunternehmen zur Vorsicht. In manchen Ländern seien die Abschreibungen wegen unbezahlter Forderungen um mehr als 10 Prozent gestiegen, etwa in Griechenland und Grossbritannien. Positiv entwickelten sich hingegen Deutschland, Litauen und Island.

Die Daten der Studie wurde zwischen Januar und März erhoben. Intrum Justitia erstellte sie bereits zum siebten Mal.

SDA/pbe

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