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US-Börsen brechen ein – Handel gestoppt

Die führenden Zentralbanken schaffen es nicht, Investoren zu beruhigen.

Börsenmakler auf der ganzen Welt müssen einen verlustreichen Wochenstart hinnehmen. Foto: Lucas Jackson/Reuters
Börsenmakler auf der ganzen Welt müssen einen verlustreichen Wochenstart hinnehmen. Foto: Lucas Jackson/Reuters

Die zweite ausserplanmässige Zinssenkung der US-Notenbank (Fed) binnen zwei Wochen hat bei den US-Anlegern Rezessionssorgen geschürt. Nach einem Kursrutsch des S&P 500 wurde der Handel an der Wall Street am Montag gleich zu Beginn für 15 Minuten ausgesetzt - zum dritten Mal binnen sechs Handelstagen.

Zur Eröffnung hatte der Dow-Jones-Index der Standardwerte 9,7 Prozent tiefer bei 20'935 Zählern notiert, der breiter gefasste S&P 500 8,1 Prozent schwächer bei 2490 Punkten und der Index der Technologiebörse Nasdaq um 6,1 Prozent im Minus bei knapp 7393 Zählern.

Die Notenbanken hätten es mit einem gleichzeitigen Nachfrage- und Angebotsschock wegen der Coronavirus-Krise zu tun, sagte Rob Mangrelli, Direktor des Finanz-Beratungsunternehmens Chatham Financial. «Es ist zu früh, um zu sagen, ob die Schritte der Fed überhaupt den in Not geratenden Branchen helfen.» Vor allem kleine und mittlere Firmen dürften schwer unter der Einschränkung des öffentlichen Lebens leiden, mit denen die Ausbreitung des Virus gebremst werden sollen.

Die konzertierte Aktion der führenden Notenbanken sowie die Zinssenkung des Fed schafften es nicht, die Gemüter der Investoren zu beruhigen. Vielmehr deute ein solcher Schritt auf Stress hin, zumal die US-Notenbank ohnehin in dieser Woche über ihren weiteren Kurs beraten wird, wie Ökonomen monieren.

Lähmung der Volkswirtschaft

Auch an der Schweizer Börse ging es rasant bergab. Besonders schwer wiegen an diesem Montagmorgen die Daten aus China. Sowohl die Industrieproduktion als auch die Detailhandelsumsätze fielen deutlich schlechter als erwartet aus. Es seien die ersten harten Daten, die den Anlegern einen Eindruck davon vermitteln, wie stark die Wirtschaft von der Pandemie betroffen sein könnte, meinte ein Händler.

«Die Tatsache, dass die geringere chinesische Produktion schwerwiegende Auswirkungen auf die Geschäftstätigkeit der meisten internationalen Unternehmen haben wird, führt nun zu einer weiteren Runde der Abwärtsbewertung der Marktpreise», so die Schlussfolgerung. Die Ausbreitung des Virus auf andere Teile der Welt wird entsprechend weitere Volkswirtschaften lähmen, und die negativen Auswirkungen werden weit über eine von China angeführte Verlangsamung hinausgehen.

Ölpreis verliert trotz US-Zinssenkung deutlich

Die Ölpreise sind am Montag trotz einer erneuten massiven Zinssenkung in den USA zur Stützung der Konjunktur deutlich gefallen. Am Morgen kostete ein Barrel (159 Liter) der Nordseesorte Brent 32,27 US-Dollar. Das waren 1,58 Dollar weniger als am Freitag. Der Preis für ein Barrel der amerikanischen Sorte WTI fiel um 96 Cent auf 30,77 Dollar.

«Die US-Notenbank hat mit ihren Massnahmen nicht zur Beruhigung beigetragen», kommentierte der Chefvolkswirt der VP Bank, Thomas Gitzel. Nur wenige Tage vor der regulären Zinsentscheidung solch einen deutlichen Schritt zu vollziehen, lasse auf Stress schliessen.

Die Ölpreise fielen am Montagmorgen, obwohl US-Präsident Donald Trump am Freitag Massnahmen zur Stützung der Ölpreise angekündigt hatte. Laut Meldungen aus der vergangenen Nacht bereiten sich die USA derzeit darauf vor, in den kommenden zwei Wochen 77 Millionen Barrel Rohöl auf dem Markt zur Aufstockung der Notfallreserve des Landes zu kaufen.

Sinkende Ölpreise schlagen sich jeweils nicht eins zu eins auf die Benzinpreise an den hiesigen Tankstellen nieder. Denn der Benzinpreis wird nur zum Teil vom Rohölpreis bestimmt. Staatliche Abgaben wie Mineralölsteuer, Mineralölsteuerzuschlag und Importabgaben machen mehr als die Hälfte des Benzinpreises aus. Dazu kommen Vertriebskosten sowie die Beschaffungs- und Frachtkosten.

REUTERS/aru

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