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Nun folgt der Run auf die Edelsteine

Anleger setzen vermehrt auf Diamantenfonds. Diese gelten als besonders krisensicher. Analysten sehen eine Nachfrageverdopplung in den nächsten acht Jahren voraus. Die Hintergründe.

Im Fokus der Anleger: Polierte Diamanten in einer chinesischen Fabrik. (31.7. 2009)
Im Fokus der Anleger: Polierte Diamanten in einer chinesischen Fabrik. (31.7. 2009)
Keystone
Unter anderem profitieren Auktionshäuser vom gegenwärtigen Boom auf die edlen Steine. Der Sun-Drop-Diamant erzielte im November bei Sotheby's in Genf einen Rekordpreis. (9.11.2011)
Unter anderem profitieren Auktionshäuser vom gegenwärtigen Boom auf die edlen Steine. Der Sun-Drop-Diamant erzielte im November bei Sotheby's in Genf einen Rekordpreis. (9.11.2011)
Keystone
Dies bringt auch dem Kimberley-Prozess viel Kritik ein, denn das Zertifizierungssystem sollte den Verkauf von Blutdiamanten verhindern. (11.12.2010.
Dies bringt auch dem Kimberley-Prozess viel Kritik ein, denn das Zertifizierungssystem sollte den Verkauf von Blutdiamanten verhindern. (11.12.2010.
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In Zeiten des Anlegenotstands sind Immobilien und Rohstoffe für Investoren schon länger wieder eine interessante Alternative. Nun rücken Diamanten in den Fokus der Anleger, wie die «Aargauer Zeitung» von heute schreibt (Artikel online nicht verfügbar). Diamantenfonds seien sogar sicherer als Gold, sagt Lars Oberle von der Firma Finanz Konzept AG zu der Zeitung.

«Der Goldpreis ist stark psychologisch getrieben. Schmuckdiamanten können demgegenüber mit einer durchschnittlichen jährlichen Wertsteigerung von drei bis vier Prozent aufwarten», sagt Oberle. Anders als die Schmuckdiamanten seien synthetisch hergestellte Stücke, die 80 Prozent des Marktes ausmachen, viel stärkeren Preisschwankungen unterworfen.

Verdoppelte Nachfrage, höhere Preise

Erst vor einem Monat veröffentlichte die amerikanische Strategieberatungsfirma Bain & Company im Auftrag des Antwerpener Welt-Diamanten-Zentrums eindrückliche Zahlen. So soll sich die weltweite Nachfrage nach Diamanten bis 2020 verdoppeln. Mangels Angebot werde auch der Preis für die Edelsteine deutlich steigen.

Die Nachfrage nach Diamanten als Schmuckstücke und Luxusgüter werde vor allem aus Indien und China kommen, wo die Mittelschicht bis 2020 deutlich anwachsen werde, heisst es in der Studie. Absatzmarkt Nummer eins würden vorerst aber die USA bleiben. Im Jahr 2020 würden die Marktanteile für Indien und China bei rund 30 Prozent liegen und damit in etwa gleichauf mit den USA.

Investiert wird seit fünf Jahren

Das Angebot hingegen dürfte der Untersuchung zufolge lediglich um 2,8 Prozent pro Jahr steigen, was zu einem «strukturellen Mangel» führen werde. Der Preis werde wegen dieser Entwicklung steigen, vor allem für grosse Diamanten.

Die Möglichkeit, in die Wertentwicklung von Diamanten zu investieren, existiert seit 2007. Die Diamond Circle Capital mit Sitz auf der Isle of Man schuf damals den ersten börsennotierten Diamantenfonds. Das Kapital wurde in geschliffene Diamanten investiert, deren Einzelstückpreis bei mindesten einer Million Dollar lag.

Blutdiamanten nach wie vor ein Problem

In den vergangenen 50 Jahren hat sich die Diamantenförderung in Ländern wie Russland, Australien und Kanada ausgeweitet, nachdem zuvor vor allem Afrika die Herkunftsregion war. Der Handel mit sogenannten Blutdiamanten, die in Konfliktregionen abgebaut werden, soll laut offiziellen Stellen weniger als ein Prozent des Gesamthandels ausmachen.

Menschenrechtsorganisationen plädieren jedoch für Verschärfungen der Regulierung. Sorgen bereitet beispielsweise Zimbabwe. Aus dem Land, das seit 25 Jahren vom Diktator Robert Mugabe regiert wird, sind seit November 2011 wieder Konfliktdiamanten zugelassen, wie Redaktion Tamedia berichtete.

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