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Moodys stuft Japans Kreditwürdigkeit herab

Nach Standard & Poor's stufte auch Moodys die Bonität Japans wegen der hohen Staatsverschuldung herab. Die Aussichten für das Rating «Aa2» wurden von «stabil» auf «negativ» geändert.

Die Ratingagenturen lassen Japan im Regen stehen: Börsencharts in Tokio.
Die Ratingagenturen lassen Japan im Regen stehen: Börsencharts in Tokio.
Keystone

Japan, das derzeit vom fünften Ministerpräsidenten seit 2006 regiert wird, brauche derzeit vor allem politische Stabilität, um Reformen umsetzen zu können. Die Regierung unter Naoto Kan steht allerdings unter wachsendem Druck, Neuwahlen anzusetzen. «Eine effektive Haushaltsreform erfordert aber Stabilität an der Regierungsspitze», sagte ein Moody's-Experte.

Der Yen gab zeitweise nach, japanische Staatsanleihen bewegten sich kaum, nachdem die Agentur ihren Ausblick gesenkt hatte. Auch Moody's selbst rechnet nicht damit, dass Japan mittelfristig in finanzielle Schwierigkeiten kommt, obwohl der Schuldenberg bei gut dem Doppelten der Wirtschaftsleistung liegt und damit so gross ist wie in keinem anderen Industriestaat der Welt.

Doch ungefähr 95 Prozent der japanischen Staatsanleihen liegen in den Depots japanischer Anleger. Damit haben ausländische Investoren kaum Druckmittel zur Hand – anders als bei Griechenland.

Überalterte Gesellschaft als Problem

Die japanische Gesellschaft altert aber. Und wenn immer mehr Pensionierte ihre Ersparnisse angreifen, um ihren Ruhestand zu finanzieren, könnte es eng werden für die Staatsfinanzen. Gehe die Sparquote zurück, dürften die Zinsen steigen, sagte auch der Moody's-Experte.

Erst Ende Januar hatte Standard & Poor's ihre Note für japanische Staatsanleihen auf AA- gesenkt. Auch der Internationale Währungsfonds (IWF) mahnte einen Sparkurs an und warnte vor einem Übergreifen der europäischen Schuldenkrise auf das asiatische Land.

SDA/pbe

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