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Mehr Gäste trotz starkem Schweizer Franken

Der Tourismus in der Schweiz hat sich 2010 besser entwickelt als erwartet. Dazu trugen neben der robusten heimischen Nachfrage neue Gäste aus China, Indien und den Golfstaaten bei.

Gäste aus dem Ausland sorgen für ein Plus bei den Logierzahlen: Eine Angestellte bereitet im Hotel de la Paix in Lausanne ein Zimmer vor.
Gäste aus dem Ausland sorgen für ein Plus bei den Logierzahlen: Eine Angestellte bereitet im Hotel de la Paix in Lausanne ein Zimmer vor.
Keystone

Von einem «erfreulichen Zwischenhoch» nach dem starken Rückgang im Vorjahr sprach Christoph Juen, Präsident des Verbandes Hotelleriesuisse, am Dienstag vor den Medien in Zürich. Die Hotelübernachtungen nahmen im vergangenen Jahr um 1,7 Prozent auf 36,2 Millionen zu.

Gründe dafür seien die Konjunkturprogramme, der Gästemix sowie die widerstandsfähige Schweizer Wirtschaft. Die inländische Nachfrage nahm denn auch um 2,2 Prozent zu und erreichte mit 15,8 Millionen Übernachtungen das zweitbeste Resultat der letzten zehn Jahre.

Fast 50 Prozent mehr Gäste aus China

Die ausländischen Gäste buchten laut weiteren Zahlen des Bundesamtes für Statistik (BFS) 1,4 Prozent mehr Logiernächte. Die Unterschiede sind aber gross: Aus China (48,8 Prozent), Indien (21,1 Prozent) und den Golfstaaten (13 Prozent) wurden markant mehr Hotelübernachtungen gebucht. Auch aus den USA reisten trotz des stark gesunkenen Dollar-Kurses mehr Gäste (8,9 Prozent) an.

Grösstes Hindernis war der Euro, welcher in den letzten beiden Jahren zum Franken 23 Prozent an Wert einbüsste, wie die Verantwortlichen des Verbandes Schweiz Tourismus erklärten. Bei den fünf wichtigsten Euro-Herkunftsländern – Deutschland, Frankreich, Italien, Niederlande und Belgien – nahm die Zahl der Hotelübernachtungen um 3,2 Prozent ab.

Skifahrer blieben im Euroraum

Im Dezember verstärkte sich die Tendenz: Die Nachfrage der ausländischen Gäste tauchte um 7,4 Prozent. Deutschland als wichtigster Auslandmarkt gab um 8,7 Prozent nach, Belgien und Italien brachen gar um 39 respektive um 17 Prozent ein.

Das neuerliche Plus der Gäste aus China, den USA und Russland sowie die robuste Schweizer Nachfrage konnten nicht verhindern, dass im Dezember die Gesamtzahl der Hotelübernachtungen um 3,3 Prozent auf 2,4 Millionen sank. Das lag auch an den ungünstig an Wochenenden gelegenen Feiertagen, aber insbesondere an der Frankenstärke.

Darunter leiden vorab die Tourismusorte in den Alpen, während die Städte vom erholten Geschäftsreisesektor profitierten. So verbuchte die Region Zürich im vergangenen Jahr 8,1 Prozent mehr Hotelübernachtungen. Graubünden (-1,3 Prozent) und das Wallis (-2,9 Prozent) dagegen büssten ein. Das Tessin verbuchte (-4,6 Prozent) zum wiederholten Mal einen Rückgang.

Mehr Bundesgeld

Mit Blick auf zunehmende Auswirkungen des starken Frankens sowie wegen des ungünstigen Ferienkalenders rechnet Schweiz Tourismus für das laufende Jahr mit einem Rückgang der Hotelübernachtungen um 2 bis 3 Prozent. Während der Geschäftsreisemarkt weniger stark auf Wechselkurse reagiert, wird im Freizeitmarkt gar ein Minus von 3 bis 5 Prozent erwartet.

Der Direktor von Schweiz Tourismus, Jürg Schmid, hofft, dass das Parlament dem Bundesrat folgt und für die Landeswerbung in diesem und im nächsten Jahr je zwölf Millionen Franken mehr bereitstellt.

Damit soll insbesondere in der Schweiz sowie in Nicht-Euro-Ländern geworben werden. Hotelleriesuisse-Chef Juen verweist auf das letzte Impulsprogramm 2009/10: Bei zusätzlichen 6 Millionen Franken habe die Zahl der Logiernächte um rund 975'000 zugenommen, was eine touristische Wertschöpfung von 273 Millionen Franken gebracht habe. Der Bund profitiere dabei von zusätzlichen Mehrwertsteuer-Einnahmen.

SDA/pbe

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