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Martin Liechti ist wieder im Geschäft

Der einstige Chef der UBS-Vermögensverwaltung in den USA hat in Zürich eine Firma eröffnet. Liechti, monatelang mit einer Fussfessel festgehalten, will unter anderem als Coach tätig sein.

Die Aussage verweigert: Martin Liechti vor einem Ausschuss des US-Senats im Juli 2008.
Die Aussage verweigert: Martin Liechti vor einem Ausschuss des US-Senats im Juli 2008.
Keystone

Martin Liechti ist wieder im Geschäft: Wie das Finanzportal «Finews» heute berichtet, hat der einstige Leiter des Vermögensverwaltungsgeschäfts der UBS in den USA in Zürich zusammen mit einem Partner das Unternehmen Parkside Advisors GmbH gegründet. Laut der noch unfertigen Homepage und einem Eintrag im Schweizerischen Handelsamtsblatt bietet die Firma Beratungsdienstleistungen in den Bereichen strategisches Management und Unternehmensentwicklung an, sowie das Coaching von Führungskräften.

Das Startkapital der GmbH beträgt 20'000 Franken. Die Firma will laut dem Eintrag auch Finanzierungen für eigene oder fremde Rechnung vornehmen. Bereits im April hat der «Sonntagsblick» vermeldet, dass Liechti seit November 2009 als Verwaltungsrat der Architekturfirma rd2b amtet, wofür er allerdings kein Honorar beziehe.

Der einstige Chef von Bradley Birkenfeld

Im Vermögensverwaltungsgeschäft in den USA, das von Liechti geführt wurde, hat die Beihilfe zur Steuerhinterziehung stattgefunden. Liechti war auch unmittelbarer Vorgesetzter von Bradley Birkenfeld. Dieser hat die Vergehen gestanden und sitzt dafür hinter Gitter. Das kriminelle Verhalten der damaligen UBS-Kundenberater in den USA hat zu den schweren Verstimmungen in den Beziehungen der Schweiz zur USA geführt und zum Ende des Schweizer Bankgeheimnisses, wie es zuvor ausgelegt wurde.

Liechti selbst wurde im Frühjahr 2008 auf der Durchreise in den USA von den amerikanischen Behörden mehrere Monate lang mit einer elektronischen Fussfessel festgehalten, dann aber wieder auf freien Fuss gesetzt, und er konnte in die Schweiz zurückkehren. Für die Amerikaner galt er als Kronzeuge für ein späteres Gerichtsverfahren gegen die UBS. Allerdings bleibt geheim, was er den dortigen Justizbehörden gesagt hat.

Verweigerte Aussage vor dem Senatsausschuss

Mitte Juli 2008 – noch vor seiner Freilassung – wurde er auch vor einen US-Senatsausschuss vorgeladen. Das Bild, wie der Schweizer dort seinen Schwur abgelegt hat, fand damals grosse Beachtung. Liechti verweigerte allerdings vor den Senatoren die Aussage.

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