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Madoff-Konkursverwalter: Banken nahmen bewusst an Betrug teil

Irving Picard, der Konkursverwalter von Bernard Madoff, hat den Banken vorgeworfen, am Milliardenbetrug wissend beteiligt gewesen zu sein. Dabei nimmt er ein Finanzinstitut ins Visier.

Sorgt weiter für Unruhe: Der im Gefängnis sitzende Milliardenbetrüger Bernard Madoff.
Sorgt weiter für Unruhe: Der im Gefängnis sitzende Milliardenbetrüger Bernard Madoff.
Keystone

«Die Geschichte, wie Madoff die Besten und Brillantesten der Finanzgemeinschaft getäuscht hat, wurde viele Male erzählt», heisst es in der Klageschrift vom 2. Dezember, die am Donnerstag veröffentlicht wurde. «Die Untersuchung des Insolvenzverwalters deckt eine ganz andere Version auf», schrieb Picard in der Klageschrift weiter: «Diejenige von Finanzinstitutionen in der ganzen Welt, denen die Möglichkeit eines Betruges bewusst war und die bewusst weggesehen haben.»

Im Zentrum des Betruges habe die Investmentbank JPMorgan Chase gestanden, führte Picard in der Klageschrift aus. «Obwohl viele Finanzinstitutionen den Betrug Madoffs ermöglichten, war JPMorgan Chase mitten im Zentrum des Betruges und war ganz und gar Komplize», schrieb der Insolvenzverwalter. Zum Nachweis führt Picard E-Mails von JPMorgan-Angestellten an, in denen sie Vermutungen über einen gezielten Betrug Madoffs äussern.

Anleger um 65 Milliarden Dollar geprellt

Der Konkursverwalter hatte im Dezember bereits angekündigt, JPMorgan Chase für den Schaden durch den Betrug in Mithaftung nehmen zu wollen. Er verklage das Bankhaus auf insgesamt 6,4 Milliarden Dollar Schadenersatz. Die Schweizer Grossbank Union Bancaire Privée (UBP) sagte bereits Entschädigungszahlungen von bis zu 500 Millionen Dollar an Opfer Madoffs zu.

Madoff war im Dezember 2008 festgenommen worden, nachdem er über Jahre hinweg mit Hilfe eines komplexen Systems Tausende Anleger um geschätzte 65 Milliarden Dollar geprellt hatte. 2009 wurde er zu 150 Jahren Haft verurteilt. Im Prozess hatte er gestanden, die ihm anvertrauten Summen nie angelegt zu haben. Zu seinen Opfern zählten Banken, Privatleute und Wohltätigkeitsorganisationen.

(AFP)

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