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Liechtenstein ändert sein Steuerrecht

Künftig sollen Unternehmen in dem Land keine Kapitalsteuern mehr zahlen – das erhöhe die Attraktivität des Standorts, findet die Regierung.

Unternehmen nach Liechtenstein locken: Schloss Vaduz, Sitz der Fürstenfamilie.
Unternehmen nach Liechtenstein locken: Schloss Vaduz, Sitz der Fürstenfamilie.

Die Liechtensteiner Regierung will das fast 50 Jahre alte Steuerrecht total umbauen. Unternehmen sollen zum Einheitssatz besteuert werden und keine Kapitalsteuern mehr zahlen. Die Vorlage kommt Anfang Juni vors Parlament.

Das neue Steuergesetz sei ein wesentlicher Schritt zur Erhöhung der Standortattraktivität und eine grosse Chance für Liechtenstein und seine Wirtschaft, sagte Regierungschef Klaus Tschütscher am Mittwoch in Vaduz. Die Reform verschaffe dem Steuerzahler Transparenz und dem Wirtschaftsstandort die Rahmenbedingungen für nachhaltiges Wachstum.

Alle Unternehmen zahlen 12,5 Prozent Steuern

Die Revision enthält mehrere Schwerpunkte: Unternehmen sollen einer Ertragssteuer zum Einheitssatz von 12,5 Prozent unterliegen. Auf die Erhebung der Kapitalsteuer wird verzichtet. Beteiligungserträge und -gewinne sollen steuerfrei und Verlustvorträge zeitlich unbefristet nutzbar sein.

Sitzgesellschaften sollen europarechtskonform besteuert werden. Mit der bisherigen «Besonderen Gesellschaftssteuer» hätte laut Regierung die Gefahr bestanden, das EWR-Abkommen zu verletzten.

Spezialregelung für Coupons

Weiter soll die Couponsteuer fallen, für sogenannte Altreserven wurde eine Spezialregelung getroffen. Diese Coupons können in den ersten zwei Jahren nach Inkrafttreten des neuen Gesetzes zu einem tieferen Steuersatz ausgeschüttet werden.

Natürliche Personen sollen weiter Einkommens- und Vermögenssteuern zahlen, wobei der Progressionstarif durch einen Sieben-Stufen-Tarif abgelöst wird. Auf die Besteuerung von Kapitalgewinnen sowie die Erhebung der Nachlass-, Erbanfalls- und Schenkungssteuern will die Regierung verzichten.

Die Auswirkungen der Reform auf die Staatskasse sind laut Regierung nicht genau bezifferbar und auch von nicht beeinflussbaren Faktoren wie dem Konjunkturverlauf abhängig. In der Regierungsmitteilung heisst es dazu, dass 2011 und 2012 gegenüber dem Finanzplan mit Mehreinnahmen von 66 Millionen Franken beziehungsweise 54 Millionen Franken zu rechnen sei.

Diese Mehreinnahmen in den nächsten zwei Jahren beruhten auf Steuerentlastungen und der Annahme, dass sie einen allgemeinen Wachstumsschub auslösten, sagte ein Regierungssprecher auf Anfrage.

SDA/oku

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