Zum Hauptinhalt springen

«Länder mit mehr arbeitenden Frauen sind reicher»

Die Schweiz ist weiterhin sehr attraktiv für Expats: Schweizer Flagge am Säntis.

Christos Cabolis, die Schweiz ist seit vier Jahren – seit Bestehen des Talent Reports – die Nummer eins. Kann sich die Schweiz auf diesen Ergebnissen ausruhen?

Die Schweiz investiert weniger in die eigenen Talente als etwa Dänemark, Österreich, Belgien oder Finnland. Sie liegt in diesem Bereich auf Platz 5. Ist das langfristig ein Problem?

Sie sehen also keinen Handlungsbedarf?

Beim Anteil Frauen an der erwerbstätigen Bevölkerung liegt die Schweiz auf Platz 22. Dennoch erzielt die Schweiz auch mit einer schlechten Platzierung in diesem Punkt Spitzenplätze im Gesamtranking. Gibt es überhaupt einen Anreiz, sich hier zu verbessern?

Sind Sie optimistisch, dass sich in den nächsten Jahren diesbezüglich etwas ändern wird? Viele Initiativen, die einen höheren Frauenanteil in der Wirtschaft begünstigen würden – der Vaterschaftsurlaub etwa – werden regelmässig von der Politik abgelehnt.

Die Schweiz ist laut Ranking ein Expat-Paradies: Wie letztes Jahr liegt sie auf Platz 1. Gibt es – nachdem die Masseneinwanderungsinitiative relativ lasch umgesetzt worden ist – keine weiteren Negativfaktoren mehr für Ausländer?

Arturo Bris, Direktor des IMD World Competitiveness Center, sagt: «Deutschland ist einer der grössten Talent-Exporteure und -Importeure. Obwohl Einwanderung von gewissen Kreisen kritisiert wird, behält Deutschland mit seiner Politik den Zugang zum internationalen Talentpool.» Sollte man die Grenzen also für Migration offen lassen – auch wenn dies nicht unbedingt nur Hochqualifizierte anzieht?