Zum Hauptinhalt springen

Japans Wirtschaft wächst kräftiger als erwartet

Die japanische Konjunktur kommt in Fahrt. Im ersten Quartal verzeichnete das Land eine Zunahme von 3,9 Prozent. Doch die Fachleute treten auf die Euphoriebremse.

Die japanische Wirtschaft hat die Erwartungen übertroffen. Internationale Frachter im Hafen von Tokio. (08.06.2015)
Die japanische Wirtschaft hat die Erwartungen übertroffen. Internationale Frachter im Hafen von Tokio. (08.06.2015)
Toshifumi Kitamura, AFP

Die Wirtschaft Japans ist im ersten Quartal des Jahres stärker gewachsen als zunächst geschätzt. Wie das Kabinett in Tokio am Montag bekanntgab, betrug die Zunahme zwischen Januar und März auf das Jahr hochgerechnet 3,9 Prozent, während zuvor von 2,4 Prozent ausgegangen worden war. Auf Quartalsbasis wuchs die japanische Wirtschaft um ein Prozent, verglichen mit der ursprünglichen Schätzung von 0,6 Prozent.

Demnach sind eine stärkere private Nachfrage beim Wohnungsbau und Firmenausgaben für den höheren Wert verantwortlich. Die Ausgaben der Firmen stiegen in dem Quartal um 2,7 Prozent an, während bei der vorläufigen Schätzung mit 0,4 Prozent gerechnet wurde.

Verlangsamung erwartet

Andere wichtige Werte wie der Einzelhandel und die Bestellung von Maschinen weisen jedoch auf eine bleibende Schwächephase in der Gesamtnachfrage hin. Die privaten Ausgaben, die fast zwei Drittel der japanischen Wirtschaftskraft ausmachen, stiegen lediglich um 0,4 Prozent. Dies ist ein Indiz für Konsumzurückhaltung unter den japanischen Verbrauchern.

Fachleute erwarten, dass sich das Wachstum im laufenden Quartal wieder verlangsamt. «Der Kern der Verbraucherausgaben fiel im April auf das niedrigste Level seit vergangenem Sommer, und die Industrieproduktion dürfte in diesem Quartal geschrumpft sein», sagte Marcel Thieliant von der Wirtschaftsforschungsgruppe Capital Economics zu den Zahlen. Deshalb erwarte das in London ansässige Unternehmen eine deutliche Verlangsamung des japanischen Wachstums im zweiten Quartal.

Chinesische Im- und Exporte gehen erneut zurück

Die chinesischen Im- und Exporte sind im Mai erneut zurückgegangen. Wie am Montag veröffentlichte Zolldaten zeigen, schrumpften die Ausfuhren im Vergleich zum Vorjahr um 2,8 Prozent auf 1,17 Billionen Yuan (etwa 172 Milliarden Euro), die Einfuhren um 18,1 Prozent auf 803,3 Milliarden Yuan (rund 118 Milliarden Euro). In den ersten fünf Monaten des Jahres gingen die Gesamtimporte und -exporte um 7,8 Prozent zurück.

Die Entwicklung ist ein Ausdruck des stockenden Wirtschaftswachstums in der zweitgrössten Volkswirtschaft der Welt. Die Wirtschaft legte im ersten Quartal um sieben Prozent zu. Das ist für China das langsamste Quartalswachstum seit der globalen Finanzkrise 2008.

Die kommunistische Führung in Peking versucht das Land auf einen Wachstumskurs zu führen, der auf Inlandskonsum basiert. Zudem soll die Abhängigkeit von Handel und Investitionen reduziert werden.

SDA/dia

Dieser Artikel wurde automatisch aus unserem alten Redaktionssystem auf unsere neue Website importiert. Falls Sie auf Darstellungsfehler stossen, bitten wir um Verständnis und einen Hinweis: community-feedback@tamedia.ch