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Japanischer Leitzins: Null Prozent

Angesichts der wachsenden Risiken einer konjunkturellen Abkühlung und des stark gestiegenen Yens hat die japanische Notenbank ihre Geldpolitik weiter gelockert.

Die japanische Notenbank hat am Dienstag überraschend den Leitzins auf praktisch Null verringert. Zugleich kündigte die Zentralbank die Auflage eines Fonds im Volumen von umgerechnet fast 44 Milliarden Euro an, mit dem Staatsanleihen und Schuldverschreibungen von Firmen gekauft werden sollen. Damit will die Notenbank der noch immer strauchelnden Konjunktur aufhelfen.

Die Bank of Japan senkte den Leitzins auf 0,0 bis 0,1 Prozent. Die Entscheidung bei der geldpolitischen Sitzung sei einstimmig gefallen, hiess es. Der Leitzins hatte seit Dezember 2008 bei 0,1 Prozent gelegen. Die Entscheidung unterstreicht die zunehmende Sorge über die japanische Wirtschaft. Japans exportorientierte Unternehmen leiden unter der Stärke des Yen, die die Preise beispielsweise japanischer Autos oder Elektronik im Ausland verteuert und zugleich durch das Wechselkursverhältnis die Profite von Firmen wie Toyota oder Sony schmälert.

Dazu kommt auch noch die anhaltende Deflation im Land. «Obwohl Japans Wirtschaft noch Zeichen einer mässigen Erholung zeigt, verlangsamt sich der Auftrieb wegen des Nachlassens der Dynamik im Ausland und des Effekts des hohen Yen», erklärte die Zentralbank. Die Zinssenkung wirkte sich an der Börse in Tokio unmittelbar aus. Der Nikkei-Index sprang gegen Börsenschluss um fast 1,5 Prozent auf fast 9.520 Zähler, nachdem er tagsüber im negativen Bereich geblieben war.

dapd

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