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Im Euroraum sind so viele Menschen arbeitslos wie noch nie

Die Arbeitslosigkeit erreicht in den Euroländern erneut ein neues Rekordhoch. Ein Ende des Trends ist nicht in Sicht, die Zunahme der Arbeitslosen hat sich sogar beschleunigt.

Die Schuldenkrise hat die Zahl der Arbeitslosen in der Eurozone erneut auf einen neuen Rekordwert getrieben. Im Oktober waren in den 17 Euroländern 18,7 Millionen Menschen ohne Job – so viele wie noch nie seit Einführung des Euro. Das entsprach einer Quote von 11,7 Prozent.

Wie die europäische Statistikbehörde Eurostat in Luxemburg mitteilt, wurden im Vergleich zum Vormonat 173'000 mehr Arbeitslose gezählt. Gegenüber dem Vorjahr war es ein Anstieg von mehr als zwei Millionen.

Ein Viertel ist arbeitslos in Spanien

Dramatisch sieht die Lage in den Eurokrisenländern aus, wo Firmenpleiten und Entlassungen den Arbeitsmarkt belasten. In Spanien ist bereits mehr als jeder vierte Arbeitnehmer ohne Job, in Griechenland sind es nur knapp weniger. Im schuldengeplagten Portugal ist jeder sechste ohne Arbeit.

In Italien hat die Arbeitslosigkeit den höchsten Stand seit über einem Jahrzehnt erreicht. Die um jahreszeitliche Schwankungen bereinigte Arbeitslosenquote stieg im Oktober von 10,8 auf 11,1 Prozent, womit knapp 2,9 Millionen Italiener arbeitslos waren.

Junge Leute waren besonders stark betroffen. Im Oktober waren in den Euroländern 3,6 Millionen Menschen unter 25 Jahren arbeitslos. Der Zuwachs fiel mit 350'000 doppelt so stark aus wie bei allen Arbeitnehmern insgesamt. Auch die Arbeitslosenquote war bei jungen Leuten mit 23,9 Prozent mehr als doppelt so hoch.

Zunahme beschleunigt

Ein Ende des Trends ist nicht in Sicht, die Zunahme der Arbeitslosen hat sich sogar beschleunigt. Seit Anfang vergangenen Jahres kletterte die Zahl der Menschen ohne Arbeit im Eurowährungsraum stetig und eilt von Rekord zu Rekord. Experten zufolge dürfte sich die Lage wegen der Krise weiter verschlechtern.

Hohe Arbeitslosigkeit bremst die Konjunktur. Wenn Menschen weniger Geld verdienen, können sie weniger kaufen, wodurch der private Konsum – eine wesentliche Stütze des Wirtschaftswachstums – einbricht.

Entspannter ist dagegen die Lage in Österreich, das mit 4,3 Prozent die tiefste Quote im Euroraum aufweist. Relativ tiefe Zahlen verzeichneten zudem Luxemburg (5,1 Prozent), Deutschland (5,4 Prozent) und die Niederlande (5,5 Prozent).

Auch in der Europäischen Union als Ganzes kletterten im Oktober die Arbeitslosenzahlen weiter nach oben. In den 27 EU-Ländern waren 25,9 Millionen Menschen ohne Job, das entsprach einem Zuwachs von 0,1 auf 10,7 Prozent.

SDA/mw

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