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Hohe Sicherheitsvorkehrungen im Davos Afrikas

Als Gastgeber für das Weltwirtschaftsforum zu Afrika will Nigeria sich gut präsentieren. Hochrangige Gäste sind bereits angekündigt. In den letzten Wochen kam es jedoch zu blutigen Anschlägen.

Anschläge von Terroristen zermürben das Land: Zerstörte Autos nach der Bombenexplosion in Abuja. (2. Mai 2014)
Anschläge von Terroristen zermürben das Land: Zerstörte Autos nach der Bombenexplosion in Abuja. (2. Mai 2014)
AFP

Nach zwei Anschlägen mit mehr als 100 Toten in den vergangenen Wochen hat die nigerianische Regierung angeordnet, alle Schulen und Behörden in der Hauptstadt Abuja während des dreitägigen Weltwirtschaftsforums kommende Woche zu schliessen.

Damit solle der Verkehrsfluss entspannt werden, hiess es in einer Anordnung von Präsident Goodluck Jonathan. Zu dem Forum vom 7. bis 9. Mai sind Hunderte Persönlichkeiten aus aller Welt eingeladen. Als Ehrengast soll der chinesische Regierungschef Li Keqiang teilnehmen.

Noch vergangene Woche hatte Präsident Goodluck Jonathan dem chinesischen Botschafter versichert, es werde keine Sicherheitsprobleme bei dem Gipfel geben. Am Freitag waren bei einem Anschlag in Abuja 19 Menschen in den Tod gerissen worden. Am 14. April kamen bei einer Explosion in derselben Gegend sogar 75 Menschen ums Leben. Für diesen Anschlag hatte die islamistische Terrorgruppe Boko Haram die Verantwortung übernommen. Ihr Name bedeutet so viel wie «westliche Bildung ist Sünde». Derzeit hat die Gruppe zudem hunderte Mädchen in seiner Gewalt, die sie Mitte April aus einer Schule entführt hatte.

Die Regierung hatte angekündigt, zur Sicherung der Veranstaltung 6000 Polizisten und Soldaten zu entsenden. Ebenfalls am Freitag warnte die US-Botschaft vor einem Angriff auf ein Luxushotel in der Stadt Lagos. Terroristen nahestehende Gruppen planten vermutlich eine Attacke auf eines von zwei Sheraton-Hotels in der Stadt, erklärte die Botschaft.

Entführte Mädchen weiter vermisst

Die Zahl der in Nigeria nach einer Entführung immer noch vermissten Mädchen ist auf 276 gestiegen. Das seien 30 mehr als bei der letzten Schätzung, wie die Polizei am Freitag bekanntgab. Die Zahl sei gestiegen, weil Schülerinnen aus anderen Einrichtungen im nordöstlichen Staat Borno für das Abschlussexamen am 14. April in die betroffene Schule in Chibok gekommen seien.

Das sei wegen der schlechten Kommunikationsmöglichkeiten erst jetzt bekanntgeworden. Die anderen Schulen seien wegen der Angriffe der islamistischen Terrorgruppe Boko Haram bereits geschlossen gewesen. Insgesamt seien am 14. April somit mehr als 300 Mädchen im Alter von 16 bis 18 Jahren aus der Schule entführt worden - mutmasslich von Mitgliedern von Boko Haram. Die Zahl der entkommenen jungen Frauen liege bei 53.

In dieser Woche hatten Hunderte Frauen gegen die Hilflosigkeit der Behörden demonstriert, die es bislang nicht geschafft haben, die Mädchen zu befreien.

Am Mittwoch hatte die zivilgesellschaftliche Gruppe Borno-Yobe People's Forum berichtet, die Mädchen sollten offenbar mit den islamistischen Extremisten zwangsverheiratet werden. Die Eltern der vermissten Mädchen hätten erzählt, diese würden für Hochzeiten mit Kämpfern von Boko Haram für 2000 Naira (rund elf Franken) verkauft.

SDA/kle

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