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Hildebrands Worte lassen Frankenkurs sinken

Der Franken schwächte sich heute gegenüber dem Euro um 1.5 Rappen ab. Als Auslöser vermuten Marktexperten die Verbalintervention des Nationalbank-Präsidenten Philipp Hildebrand.

Erwägt weitere Massnahmen gegen die Frankenstärke: Philipp Hildebrand.
Erwägt weitere Massnahmen gegen die Frankenstärke: Philipp Hildebrand.
Keystone

Der Franken hat sich heute Morgen nach neuerlichen Verbalinterventionen der Nationalbank-Spitze deutlich abgeschwächt. Der Euro notierte im Vergleich zum Freitagabend rund 1.5 Rappen höher und auch der Dollar zog an.

Hauptverantwortlich dafür sei ein Interview des Nationalbank-Präsidenten Philipp Hildebrand mit der «NZZ am Sonntag», in welchem er weitere Massnahmen zur Frankenschwächung in Aussicht gestellt habe, hiess es in Marktkreisen laut Finanznachrichtenagentur AWP.

Konsumentenpreise gesunken

Zudem zeigten sich Händler überrascht davon, dass die Konsumentenpreise in der Schweiz im Oktober gesunken sind. Um eine mögliche Deflation und eine Rezession zu bekämpfen, ist die Schweizerische Nationalbank laut Hildebrand bereit, erneut am Devisenmarkt zu intervenieren.

Zwei Monate nach Festlegung des Euro-Mindestkurses von 1.20 Franken sei der Wechselkurs weiterhin hoch. «Wir erwarten, dass er sich über die Zeit weiter abschwächen wird. Falls es die Wirtschaftsaussichten und die deflationäre Entwicklung erfordern, stehen wir bereit, weitere Massnahmen zu treffen», bekräftigte Hildebrand.

«Wir beobachten»

Auf die Frage nach einer Anhebung des Euro-Mindestkurses auf 1.30 Franken sagte Hildebrand: «Wir beobachten die Daten und werden bei Bedarf weitere Massnahmen ergreifen.» Intensiv verfolge die SNB die Ankündigungen von Entlassungen bei Schweizer Unternehmen.

Hildebrand habe im Wesentlichen das bestätigt, was die SNB bereits im September mit der Einführung der Untergrenze zum Euro gesagt habe, hiess es im Handel. Die Chancen auf eine weitere Anhebung der Kursuntergrenze zum Euro seien noch einmal etwas gestiegen, wenn man die neuesten Daten zur Teuerung betrachte.

Gewerkschaften wollen Kurs von 1.40 Franken

Seit Monaten fordern gewerkschaftliche Kreise, dass die SNB aktiv den Franken abschwächt. Mehrere Gewerkschaften bekräftigten heute ihre Haltungen: Nach Ansicht der Unia sollte die SNB einen Kurs von 1.40 Franken verteidigen, der Verband Angestellte Schweiz fordert Massnahmen für einen Kurs von 1,35 Franken.

SDA/mrs

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