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«Griechenland hat eine besonders hohe Zunahmerate an Selbstmorden»

In den EU-Ländern ist die Suizidrate deutlich angestiegen. Besonders gravierend ist der Trend bei den Ländern, die besonders von der Schuldenkrise betroffen sind.

Opfer der Finanzkrise: Der Milliardär Adolf Merckle verübte im Januar 2009 Selbstmord, nachdem er ein riesige Geldsumme verspekulierte.
Opfer der Finanzkrise: Der Milliardär Adolf Merckle verübte im Januar 2009 Selbstmord, nachdem er ein riesige Geldsumme verspekulierte.
Keystone

In der Zeit der Finanzkrise ist in den EU- Ländern die Zahl der Selbstmorde gestiegen. Das geht einer Analyse hervor, die Wissenschaftler aus Grossbritannien und den USA im Fachmagazin «The Lancet» veröffentlicht haben.

«Der stetige Abwärtstrend bei Selbstmorden hat sich auf einmal umgedreht», heisst es in einer Analyse, die Wissenschaftler aus Grossbritannien und den USA im Fachmagazin «The Lancet» veröffentlicht haben. Im Jahr 2008 seien zwar in den neu beigetretenen EU-Ländern die Selbsttötungen um weniger als ein Prozent gestiegen. In den alten EU-Ländern habe es dafür eine steile Aufwärtsbewegung um sieben Prozent gegeben.

Verkehrsunfälle sind zurückgegangen

2009 habe sich die Zunahme sowohl in alten als auch neuen EU- Ländern mit mindestens fünf Prozent pro Land fortgesetzt. Nur Österreich machte mit einem Rückgang eine Ausnahme. Die Daten müssten noch weiter und genauer analysiert werden. «Was wir jetzt schon sehen können: Länder, die mit den grössten Problemen konfrontiert waren wie Griechenland und Irland, hatten mit 17 und 13 Prozent besonders hohe Zunahmeraten an Selbstmorden», heisst es in dem Artikel weiter.

Dagegen seien Verkehrsunfälle in der selben Zeit zurückgegangen, schreiben David Stuckler (University of Cambridge), Martin McKee (London School of Hygiene and Tropical Medicine) sowie Sanjay Basu (University of California) weiter. Das betreffe vor allem die neuen EU-Länder, in denen die Unfallrate zuvor sehr hoch war.

SDA/jak

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