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Furcht vor Super-GAU lähmt die US-Börsen

Die Atomkrise in Japan und ein erneuter Ölpreis-Anstieg wegen der Unruhen in Bahrain haben die Wall Street auf Talfahrt geschickt. Viele Investoren blieben vorsichtig.

Viele Händler flüchteten in als sicher geltende US- Staatsanleihen. Die Märkte wurden auch durch Äusserungen von EU-Energiekommissar Günther Oettinger belastet. Er hatte zunächst gesagt, die Lage in dem japanischen AKW sei faktisch ausser Kontrolle und in den kommenden Stunden könne es weitere katastrophale Ereignisse geben.

Eine Sprecherin relativierte dies kurz darauf und erklärte, Oettinger habe keine speziellen Informationen besessen, sondern sich lediglich auf das berufen, was aus den Medien zu erfahren sei.

2 Prozent im Minus

Der Dow-Jones-Index der Standardwerte verlor 2 Prozent auf 11'613 Punkte. Im Handelsverlauf bewegte sich das Marktbarometer zwischen 11'555 und 11'856 Stellen. Der breiter gefasste S&P-500 gab ebenfalls zwei Prozent auf 1256 Zähler nach. Der Index der Technologiebörse Nasdaq notierte zuletzt 1,9 Prozent tiefer mit 2616 Stellen.

Für die nächste Zeit rechnen Börsianer mit einer anhaltenden Volatilität an den US-Aktienmärkten. Der VIX-Index sprang 21 Prozent in die Höhe. Das sogenannte «Angstbarometer» wird von Händlern verwendet, um das Risiko im Markt zu beurteilen.

Die Kursgewinne an der Tokioter Börse beruhigten die Investoren nur kurzzeitig. Der Nikkei holte 5,7 Prozent auf. Am Montag und Dienstag war der japanische Leitindex aber so stark eingebrochen, dass sich das Minus seit Wochenbeginn auf gut 17 Prozent belief.

Blick an den Golf

In Bahrain ging die Regierung mit Gewalt gegen Demonstranten vor. Die Unruhen könnten sich zu einem schweren Konflikt in der ölreichen Golfregion ausweiten. Anleger fürchten eine Ausweitung der Proteste auf den weltgrössten Öl-Exporteur Saudiarabien, der das Königreich seit Montag mit Soldaten unterstützt. Sorgen gab es auch wegen der Entwicklungen in Nordafrika.

Zudem spekulierten Anleger auf eine steigende Ölnachfrage aus Japan, da dort nach der Strahlenkatastrophe künftig weniger Strom in Atomkraftwerken produziert werden könnte.

Enttäuschende Konjunkturdaten

Bei den Einzelwerten gaben die Aktien von Bauunternehmen nach enttäuschenden Konjunkturdaten ab. Die Lage am US-Immobilienmarkt trübte sich im Februar unerwartet stark ein. Die Zahl der Wohnbaubeginne brach aufs Jahr hochgerechnet um 22,5 Prozent auf 479'000 ein. Das ist der stärkste Einbruch seit März 1984.

Auf den Verkaufslisten der Börsianer standen die Aktien von PulteGroup mit einem Abschlag von 1,7 Prozent. Der Dow-Jones- Bauindex verlor 2,3 Prozent.

Nach einer Herunterstufung durch JPM Securities verbilligten sich Papiere des Technologiekonzerns Apple um 4,5 Prozent. Die Anteilsscheine des IT-Giganten IBM gaben ebenfalls nach einer Herunterstufung um 3,8 Prozent nach.

Abgestraft wurde auch der Kernkraftwerkbetreiber Exelon. Dessen Dividendenpapiere verloren 3,3 Prozent. Wegen der Atomkatastrophe in Japan seien die Aussichten für die Branche düster, sagten Börsianer.

SDA/pbe

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