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Finma zwingt Banken zu satteren Reserven

Künftig müssen die liquiden Mittel der Schweizer Grossbanken für eine Durststrecke von mindestens 30 Tagen ausreichen. UBS und Credit Suisse geben sich gelassen.

Müssen monatlich über ihre flüssigen Mittel rapportieren: UBS und Credit Suisse am Paradeplatz.
Müssen monatlich über ihre flüssigen Mittel rapportieren: UBS und Credit Suisse am Paradeplatz.

Die Schweizerische Nationalbank SNB und die Finanzmarktaufsicht Finma zwingen Credit Suisse und UBS ab dem 30. Juni 2010 zu einem strengeren Liquiditätsregime. Das gab die Finma am Mittwochabend auf ihrer Webseite bekannt.

Künftig sollen die Grossbanken nicht nur genügend Eigenkapital haben – die so genannte Kernkapitalquote –, sondern zudem genügend flüssige Mittel. Sie müssen künftig in einem «strengen Stressszenario» für 30 Tage ausreichen, schreiben SNB und Finma in der Mitteilung. Mit dem Szenario meinen die Behörden «eine allgemeine Krise auf den Finanzmärkten und gleichzeitig einen Vertrauensverlust der Gläubiger in die Bank».

Aus der Finanzmarktkrise gelernt

Mit der neuen Regel, die Vorschriften aus dem Jahr 1988 ersetzt, reagieren die Gremien auf dei Erfahrungen der jüngsten Finanzmarktkrise. Im Oktober 2008 musste der Staat in einer Nothilfeaktion der UBS aushelfen, die nach dem Zusammenbruch von Lehman Brothers die Geldabflüsse nicht mehr decken konnte.

Die satten Reserven an Flüssiggeld sollen die Grossbanken laut Finma robuster machen und so die Stabilität des gesamten Finanzsystems sichern. Ausserdem verschaffen sie den Behörden und Banken Zeit, um in einer allfälligen Krisensituation Lösungen auszuarbeiten.

«Gut positioniert»

Die schärferen Liquiditätsvorschriften bereiten den Grossbanken UBS und Credit Suisse keine Sorgen. Die UBS erfülle die neuen Anforderungen der Finanzmarktaufsicht (Finma) bereits heute, heisst es in einer Stellungnahme vom Mittwochabend.

Auch die Credit Suisse sieht sich «gut positioniert», um die neuen Grundsätze umzusetzen, die ab Ende des zweiten Quartals zur Anwendung kommen, wie die Bank mitteilte. Die Credit Suisse habe bereits zu Beginn der Krise an den Kredit- und Finanzmärkten über eine hohe Liquidität verfügt. Seither habe sie diese beibehalten und durch Refinanzierung auf den Kapitalmärkten laufend verstärkt.

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