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EZB knickt ein – und akzeptiert griechische Ramschpapiere

Ab sofort nimmt die Europäische Zentralbank griechische Wertpapiere als Sicherheiten für geliehenes Zentralbankgeld unabhängig von der Bewertung der Anleihen durch Ratingagenturen. Kritiker sehen nun die Glaubwürdigkeit der EZB gefährdet.

Auch im Strudel der Griechenkrise: Sitz der EZB in Frankfurt.
Auch im Strudel der Griechenkrise: Sitz der EZB in Frankfurt.
Keystone

Die EZB setzte die Minimalanforderungen bei Ratings für griechische Staatsanleihen in ihrem Offenmarktgeschäft mit Geschäftsbanken «bis auf weiteres» aus, hiess es am Montag. Damit knickt die Notenbank ein: EZB-Präsident Jean-Claude Trichet hatte eine Sonderbehandlung Griechenlands lange ausgeschlossen.

Die EZB begründete diesen einmaligen Schritt mit dem am Wochenende vorgelegten Sparprogramm Athens, das sie als «angemessen» bezeichnet. Die positive Beurteilung und die starke Verpflichtung der griechischen Regierung seien die Grundlage für die Aussetzung. Die Ratingagentur Standard & Poor's hatte Griechenland zuletzt auf Ramschstatus abgewertet.

Von der Linie abgewichen

Wegen der Vertrauenskrise unter den Kreditinstituten war die EZB von ihrer Linie abgewichen, nur Sicherheiten mit hervorragender Bonität zu akzeptieren. Das sollte ursprünglich nur bis Ende 2010 gelten. Die EZB hatte diese Regelung aber Anfang April verlängert. Andernfalls hätte die Gefahr bestanden, dass sie griechische Staatsanleihen ab 2011 nicht mehr annehmen könnte.

Derzeit gilt für alle Staatsanleihen im Euroraum eine Regelung, wonach die Papiere anstatt eines erstklassigen Ratings eine Mindestbewertung von lediglich «BBB-« aufweisen müssen, um im Refinanzierungsgeschäft zwischen EZB und Geschäftsbanken anerkannt zu werden.

ddp/cpm

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