EZB genehmigt Griechenland Milliardenkredit

Athens Banken sollen 60 Milliarden Euro Nothilfe erhalten. Das berichtet eine Nachrichtenagentur.

Hilfe für Griechenland: Die Europäische Zentralbank in Frankfurt. (5. februar 2015)

Hilfe für Griechenland: Die Europäische Zentralbank in Frankfurt. (5. februar 2015)

(Bild: Keystone)

Die Europäische Zentralbank (EZB) genehmigt griechischen Banken Notfallkredite in Höhe von bis zu 60 Milliarden Euro - und sichert damit zunächst deren Zahlungsfähigkeit. Das erfuhr die Nachrichtenagentur AFP aus Notenbankkreisen. Das Notfall-Programm namens ELA richtet sich an Banken, die sich zeitweise in einer aussergewöhnlichen Situation befinden.

An der Zahlungsfähigkeit der griechischen Banken waren Zweifel aufkommen, nachdem der EZB-Rat eine Sonderregelung für griechische Staatsanleihen ausgesetzt und den Banken des Landes damit eine wichtige Geldquelle genommen hatte. Ab kommendem Mittwoch können die Kreditinstitute keine griechischen Staatsbonds mehr als Sicherheit für Kredite bei der Zentralbank hinterlegen und sich somit kaum mehr regulär über die Zentralbank mit frischem Geld versorgen.

Ab kommender Woche ist Schluss

Griechenland profitiert seit einigen Jahren wegen seiner schwierigen Wirtschaftslage von einer Ausnahme: Obwohl die Staatsanleihen wegen der Rating-Einstufungen auf Ramschniveau nicht den Kriterien der EZB entsprechen, akzeptierte diese sie als Sicherheiten. Damit ist ab kommender Woche Schluss.

Die Abkürzung ELA steht für die englische Bezeichnung Emergency Liquidity Assistance. Geldhäuser, die im Prinzip zahlungsfähig sind, aber vorübergehend Liquiditätsprobleme haben, können bei der Zentralbank ihres Landes ELA-Kredite aufnehmen. Diese müssen allerdings vom EZB-Rat ab einer gewissen Höhe genehmigt werden. Nicht kreditwürdige Banken können nicht auf Unterstützung aus dem ELA-Programm hoffen; über die Kreditwürdigkeit entscheidet die EZB. Die Konditionen der ELA-Darlehen sind allerdings schlechter als die herkömmlichen EZB-Kredite.

Pleite mit allen Mitteln verhindern

Die Börse in Athen hatte zunächst heftig auf die Entscheidung der obersten Notenbanker vom Vorabend reagiert. Der Leitindex brach zeitweise um mehr als neun Prozent ein. Im Laufe des Tages erholte sich der Index allerdings wieder und stand am späten Nachmittag noch mit rund 3,4 Prozent im Minus.

Der griechische Finanzminister Giannis Varoufakis versicherte am Donnerstag nach einem Treffen mit dem deutschen Finanzminister Wolfgang Schäuble, eine Pleite seines Landes mit allen Mitteln verhindern zu wollen. Er brachte ein Überbrückungsprogramm ins Spiel, das die bisherigen Hilfspakete der Troika aus EU, EZB und Internationalem Währungsfonds (IWF) ersetzen und Zeit verschaffen soll, um die Hilfen grundsätzlich neu zu überdenken. Das aktuelle Hilfsprogramm läuft nur noch bis Ende Februar, die neue links gerichtete Regierung in Athen lehnt die darin enthaltenen Spar- und Reformauflagen aber ab.

Schäuble gab sich nach dem Treffen skeptisch. Zwar bemühte er sich um einen versöhnlichen Ton, sprach zugleich aber auch die Differenzen an. Er könne «nicht verhehlen», dass «manche der angekündigten Massnahmen» nach seiner Überzeugung «nicht unbedingt in die richtige Richtung» gingen, sagte der Finanzminister. Einen Schuldenschnitt für Griechenland lehnte er erneut ab.

AFP

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