Zum Hauptinhalt springen

EZB belässt Leitzins bei 0,75 Prozent

Die europäische Wirtschaft kann weiterhin mit rekordtiefen Zinsen rechnen. Die Europäische Zentralbank hält den Leitzinssatz bei 0,75 Prozent.

Lockere Geldpolitik: EZB-Präsident Mario Draghi, hier am Wirtschaftstag in Frankfurt. (7. November 2012)
Lockere Geldpolitik: EZB-Präsident Mario Draghi, hier am Wirtschaftstag in Frankfurt. (7. November 2012)
Reuters

Die Europäische Zentralbank (EZB) hält ihren Leitzins wie erwartet bei 0,75 Prozent. Das teilte die Notenbank heute Donnerstag nach einer Sitzung des EZB-Rats in Frankfurt mit. Auch weitere unkonventionelle Massnahmen gegen die Staatsschuldenkrise dürfte die Notenbank zunächst nicht aus dem Köcher ziehen.

Ihr angekündigtes Programm zum notfalls unbegrenzten Kauf von Staatsanleihen klammer Euroländer hatte die Risikoaufschläge auf spanische und italienische Anleihen deutlich gesenkt. Ökonomen rechnen damit, dass die Währungshüter zunächst die Wirkung ihrer Massnahmen beobachten und weitere Pläne in der Schublade lassen werden.

Einlagensatz bei 0 Prozent

Zuletzt hatte die Notenbank im Mai den sogenannten Hauptrefinanzierungssatz, zu dem sich Geschäftsbanken Geld bei der EZB leihen können, um einen Viertelprozentpunkt auf das derzeitige Tief gesenkt.

Die Notenbank hat heute auch die anderen beiden Zinssätze belassen. Der Spitzenrefinanzierungssatz, zu dem sich Banken kurzfristig bei der Notenbank Geld leihen können, bleibt bei 1,5 Prozent. Der Einlagensatz, zu dem Banken ihr Geld bei der EZB parken können, beträgt weiterhin 0 Prozent – es gibt also keinen Zins.

Weitere Zinssenkung umstritten

Die Wirtschaft im Euroraum steckt zwar weiter in der Rezession, zudem enttäuschten jüngste Konjunkturindikatoren. Das spricht eigentlich für eine Lockerung der Geldpolitik. Andererseits ist Zentralbankgeld für Banken aber bereits so günstig wie nie seit Einführung des Euro 1999. Deshalb ist der Effekt einer weiteren Zinssenkung umstritten. Die EZB selbst hatte beklagt, dass ihre Zinspolitik nicht überall im Euroraum wie gewünscht ankommt.

Zudem schwächte sich die Inflation in den 17 Euroländern im Oktober zwar auf 2,5 Prozent ab. Sie bewegt sich damit aber weiter deutlich über dem Zielwert der EZB. Die Währungshüter sehen die Preisstabilität bei knapp unter 2,0 Prozent gewährleistet.

sda/dapd/rub

Dieser Artikel wurde automatisch aus unserem alten Redaktionssystem auf unsere neue Website importiert. Falls Sie auf Darstellungsfehler stossen, bitten wir um Verständnis und einen Hinweis: community-feedback@tamedia.ch