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«Es gibt keine Krise des Euro»

Trotz anhaltender Schuldenkrise sieht Jean-Claude Trichet den Euro nicht in Gefahr. Ausserdem prangert der EZB-Chef die Finanzpolitik einzelner Länder an.

Den Spaniern stellt der EZB-Chef ein gutes Zeugnis aus: Der Chef der spanischen Zentralband Miguel Angel Fernandez Ordonez (links) und Jean-Claude Trichet am 13. Mai in Madrid.
Den Spaniern stellt der EZB-Chef ein gutes Zeugnis aus: Der Chef der spanischen Zentralband Miguel Angel Fernandez Ordonez (links) und Jean-Claude Trichet am 13. Mai in Madrid.
Keystone

EZB-Chef Jean-Claude Trichet hat Befürchtungen zurückgewiesen, der Euro sei angesichts der anhaltenden Schuldenkrise in einigen Mitgliedstaaten der Währungsunion in Gefahr. «Es gibt keine Krise des Euro», schrieb der Präsident der Europäischen Zentralbank in einem Gastbeitrag für die Zeitung «Bild am Sonntag».

«Was wir derzeit in einigen Ländern des Eurogebiets beobachten, ist in erster Linie eine Schuldenkrise der öffentlichen Haushalte.» Mehrere Mitgliedstaaten des Euroraums müssten ihre Wirtschafts- und Finanzpolitik rigoros ändern, nachdem in der Vergangenheit Fehler gemacht worden seien.

«Wir können stolz sein»

Grundlegende Reformen seien erforderlich, damit wirtschaftspolitische Regeln verbessert und von allen eingehalten würden. «Wir können stolz darauf sein, dass unsere Währung stabil und glaubwürdig ist.»

In einem Interview der spanischen Zeitung «El Pais» sagte Trichet zudem, es sei absurd davon zu sprechen, dass das schuldengeplagte Griechenland den Euro aufgeben könnte.

Zugleich bekräftigte er, dass die EZB gegen eine Umstrukturierung der griechischen Schulden sei. Spanien stellte er ein gutes Zeugnis bei der Finanzpolitik aus. Diese sei überzeugend. Allerdings müssten weitere Massnahmen folgen.

Das Erreichen der EU-Defizitobergrenze von drei Prozent im Jahre 2013 sei «entscheidend für die Glaubwürdigkeit». Spanien kämpft nach wie vor mit der Folgen der geplatzten Immobilienblase.

Juncker: Keine Rückkehr an Finanzmärkte im Jahr 2012

Der Chef der Eurogruppe und luxemburgische Ministerpräsident Jean-Claude Juncker rechnet zudem nicht damit, dass Griechenland sich im kommenden Jahr wieder eigenständig mit Geld versorgen kann. «Für mich ist klar, dass Griechenland 2012 nicht an die Finanzmärkte zurückkehren kann», sagte er dem «Münchner Merkur».

Als Bedingungen für weitere Hilfen für Griechenland nannte er, dass Athen seine Haushaltsziele für 2011 erreiche. «Davon ist es im Moment ein Stück weit entfernt - trotz grösster, bewundernswerter Anstrengungen», sagte er. Griechenland müsse sich im Bereich Privatisierung anstrengen, «damit die dritte Tranche der 110 Milliarden Euro oder weitere Hilfen ausgezahlt werden kann».

SDA/mrs

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