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Ein Drittel der KMU rechnet mit weniger Exporten

Weniger Ausfuhren, tiefere Margen: Die Frankenstärke trübt die Aussichten der Exportindustrie. Etwas Hoffnung gibt der Dollarkurs.

Leiden besonders unter der Frankenstärke: Exporteure im Maschinenbau. (Archivbild)
Leiden besonders unter der Frankenstärke: Exporteure im Maschinenbau. (Archivbild)
Gaetan Bally, Keystone

Die Aufhebung des Euro-Franken-Mindestkurses vor drei Monaten schlägt den Schweizer KMU auf die Stimmung. Nur knapp jedes dritte Unternehmen erwartet, im zweiten Quartal mehr ausführen zu können. Fast gleich viele Betriebe rechnen mit weniger Exporten.

Das zeigt der heute veröffentlichte KMU-Exportindikator der Credit Suisse und der Exportförderorganisation Switzerland Global Enterprise (ehemalige Osec). Die Stimmung bei den über 200 befragten KMU sei so schlecht wie noch nie seit der Lancierung der Umfrage im Jahr 2010, hiess es in der Mitteilung.

Erwartung auf Rückgang hat sich verdoppelt

Das Credit-Suisse-Exportbarometer zeigt für das zweite Quartal 2015 einen Wert von 0,98 und liegt damit praktisch unverändert beim langjährigen Mittel von 1,00, was ein durchschnittliches Wachstum bei den Exporten erwarten liesse. Das Barometer stützt sich aber nur auf die Nachfrage aus dem Ausland, ohne Rücksicht auf Wechselkurse.

Anders die Exportperspektiven von Switzerland Global Enterprise: Der Index für das zweite Quartal sackte von 65,4 Punkten im ersten Quartal auf noch 46,6 Punkte für das zweite ab. Der Index zum ersten Vierteljahr war am Tag veröffentlicht worden, an dem die Nationalbank den Verzicht auf den Mindestkurs bekannt gab.

Der Wert stellt die Differenz dar zwischen der Exportstimmung der KMU für das bevorstehende Quartal und den effektiv getätigten Ausfuhren im Vorquartal. Ab 50 Punkten signalisiert er steigende Exporte.

Nur noch knapp jedes dritte antwortende KMU (29,2 Prozent) rechnet damit, von April bis Juni mehr ausführen zu können. Im Vorquartal hatte noch fast die Hälfte (48,6 Prozent) diese Erwartung. 42,5 Prozent (Vorquartal: 38,0 Prozent) gehen von einer Stagnation aus, und 28,3 Prozent (13,4 Prozent) erwarten rückläufige Exporte.

Pessimismus bei Konsumgüterherstellern

Je nach Branche werden die Auswirkungen des starken Frankens unterschiedlich beurteilt: Pessimistisch sind vor allem Konsumgüterhersteller sowie Firmen, die in den Sparten Elektronik, Präzisionsindustrie, Metallindustrie und Maschinenbau arbeiten.

Resistent gaben sich Dienstleister sowie die Chemie- und Pharmabranche. Die in der Papierindustrie tätigen Betriebe wollen nach schwachen Exporten im ersten Quartal im zweiten zulegen.

Negative Auswirkungen des starken Frankens etwas mildern könnte die anziehende Konjunktur in der Eurozone. Und für Konsumenten in den USA können Schweizer Exportgüter eher erschwinglich werden, weil der US-Dollar gegenüber dem Franken an Wert gewonnen hat.

66 Prozent der KMU-Betriebe, die vor allem in den Euroraum exportieren, stellten fest, dass ihre Margen unter dem starken Franken leiden. Doch nur für 2 Prozent der Unternehmen ist ein Rückzug aus dem Ausland ein Thema.

Wichtigste Exportmärkte in Europa

Die meisten Betriebe (59 Prozent) setzen auf Verbesserungen im Beschaffungswesen, 47 Prozent wollen die Produktionskosten senken. Weitere Massnahmen sind höhere Preise (28 Prozent) oder eine Senkung der Lohnkosten (23 Prozent). Jedes fünfte Unternehmen (20 Prozent) sucht nach lukrativeren Absatzmärkten.

Neun von zehn Betrieben (91 Prozent) wollen im zweiten Quartal nach Europa exportieren, gleich viele wie im ersten Quartal. Wichtigster Exportmarkt der befragten KMU in Europa bleibt Deutschland, gefolgt von Frankreich, Österreich und Italien. Etwas an Bedeutung verloren haben Nordamerika und der Asien-Pazifik-Raum.

SDA/hvw

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