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Dow Jones schliesst erneut im Minus

Nachdem der Dow Jones am Nachmittag kurz im Plus notierte, hat die New Yorker Börse erneut im Minus geschlossen. Die Schweizer Börse konnte die Verluste im späten Geschäft eingrenzen.

Die Börse in New York hat heute erneut im Minus geschlossen. Der Dow-Jones-Index verlor 1,56 Prozent und rutschte auf 10.818,84 Punkte. Der Technologieindex Nasdaq verlor 1,62 Prozent und stand bei Börsenschluss bei 2341,86 Punkten.

Händler machten für die Talfahrt neue Befürchtungen um die Konjunktur und die Schuldenkrise verantwortlich. Auch die Entwicklung an den europäischen Börsen zog die US-Kurse nach Händlerangaben nach unten. Der Deutsche Aktienindex (Dax) schloss bei 5480 Punkten 2,19 Prozent im Minus, und auch die Börsen in London, Paris und Mailand machten erneut Verluste - wenn auch nicht so stark gestern.

SMI schliesst im Minus

Die Schweizer Börse hat heute im späten Geschäft die Verluste immerhin eingrenzen können. Indem die Börsianer nach einer Woche mit massiven Schwankungen die Baissepositionen wieder glattstrichen, schloss der Schwergewichteindex SMI am bei 5094 Punkten noch 1,97 Prozent im Minus.

Im Laufe des Tages hatte es Verluste bis rund 4,5 Prozent an der Schweizer Börse gegeben. Händler sagten, der Abgabedruck habe nachgelassen, als sich in den USA kein erneuter Ausverkauf abgezeichnet habe. An der Wall Street drehten am Freitagabend die Kurse zeitweise sogar leicht ins Plus. Kursstürze hatten auch das New Yorker Geschehen die ganze Woche in Atem gehalten.

«Stimmung ist katastrophal»

Das wichtigste deutsche Börsenbarometer, der Frankfurter Leitindex DAX, dämmte die Tagesverluste von zeitweise über 4 Prozent zum Handelsschluss auf 2,19 Prozent ein. Auch die Börsen von Paris und London reduzierten das Minus, was laut Marktbeobachtern aber keineswegs ein Grund für eine Entwarnung ist.

Händler sagten, die hohen Kursschwankungen zeigten die Nervosität der Marktteilnehmer. «Die Stimmung ist katastrophal», sagte ein Händler, den die Nachrichtenagentur Reuters zitierte.

«Im Gegensatz zu den Börseneinbrüchen 2003 und 2009 präsentiert sich die Lage heute viel schlechter», sagte ein anderer Händler. Die einzelnen Staaten sind stark verschuldet und die Zinsen bereits nahe dem Nullpunkt: «Damit fallen die Staaten als Retter in der Not praktisch aus», sagte der Händler.

Franken leicht stärker

Sichtbares Zeichen für die Unruhe ist ein neues Rekordhoch des Goldpreises bei 1881 Dollar pro Feinunze und der etwas stärkere Franken. Am Abend kostete ein Euro 1,1322 Franken, ein Dollar 0,7858 Franken. Zweifel bestehen, ob Massnahmen der Schweizerischen Nationalbank (SNB) zur Schwächung Frankens lange greifen.

Indem die SNB Franken auf den Markt warf und Zinsen senkte, trieb sie den Kurs zum Euro innerhalb von zwei Wochen von der Quasi- Parität in die Zone um 1,15 Franken. Ein Experte in Frankfurt geht aber davon aus, dass sich die Märkte nachhaltig nur von stärkeren SNB-Eingriffen wie Devisenkäufen beeindrucken liessen.

Banken misstrauen sich

Inmitten der angespannten Lage wächst die Angst, dass der Geldmarkt wieder zufrieren könnte, wenn sich die Banken kein Geld mehr leihen würden. Die Grossbanken UBS und Credit Suisse dementieren am Freitag, dass sie Liquiditätshilfen in Dollar hätten annehmen müssen.

Eine 200-Millionen-Dollar-Kreditspritze der US-Notenbank für die SNB vergangene Woche löste Gerüchte aus, die beiden Banken hätten das Geld nötig. US-Geldmarktfonds ziehen angesichts der Schuldenkrise offenbar Geld von europäischen Banken ab. Auch Millionenkredite der Europäischen Zentralbank sorgten für Spekulationen, die Banken könnten sich wieder vermehrt misstrauen.

Die massive Verschärfung der US-Hypothekenkrise zur globalen Finanzkrise im Herbst 2008 war geprägt von einer Krise des Interbankenmarktes. Indem sich Banken gegenseitig kein Geld mehr ausliehen, brachten sie das Weltfinanzsystem an den Rand des Kollapses. Notenbanken mussten dann aushelfen.

sda/dapd/AFP/wid/bru/kpn

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