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Dow Jones folgt DAX und SMI in den Keller

Die Furcht vor einer Ausweitung der europäischen Schuldenkrise auf die USA sowie vor einer neuen Rezession hat der Wallstreet am Donnerstag herbe Verluste eingebrockt. Auch der SMI schloss mit über 4 Prozent im Minus.

Der Dow-Jones-Index der Standardwerte stürzte bis zum Schluss um 3,7 Prozent auf 10'990 Punkte ab. Der breiter gefasste S&P-500 büsste 4,5 Prozent auf 1140 Zähler ein. Der Index der Technologiebörse Nasdaq verlor 5,2 Prozent auf 2380 Punkte.

Für Verunsicherung auf dem Parkett sorgten Berichte, die US-Notenbank fürchte ein Übergreifen der Schuldenkrise auf das US- Bankensystem. Extrem schwache Konjunkturdaten jagten den Anlegern einen zusätzlichen Schrecken ein.

Börsen im freien Fall

Als auch noch der Philly-Fed-Index enttäuschte und Sorgen um eine neuerliche Rezession in den USA weiteren Auftrieb erhielten, gingen viele Börsen in den freien Fall über. In New York tauchte der Dow- Jones-Index zu Handelsbeginn um 500 Punkte. Zweieinhalb Stunden nach Handelsbeginn notierte das Barometer 3,5 Prozent schwächer auf 11'016 Punkten.

Europäische Börsen gerieten in den Sog. Der SMI schloss 4,15 Prozent tiefer auf 5196 Punkten. Das ist einer der stärksten Kurseinbrüche seit dem Höhepunkt der Finanzkrise im März 2009. Zeitweise betrug der Abschlag bis zu 5,4 Prozent. Der breite SPI fiel um 4,15 Prozent auf 4727 Zähler. Unter Druck gerieten insbesondere zyklische Werte und Finanztitel. Auch der DAX schloss mit einem Minus von 5,8 Prozent bei 5.603 Punkten. Zeitweise war er bis auf 5.536 Zähler in die Tiefe gerauscht.

Der Euro verlor gegenüber dem Franken wieder an Wert. Nachdem die europäische Gemeinschaftswährung am Morgen bis auf 1,1517 gestiegen war, fiel sie am Nachmittag bis auf 1,1240. Am Abend notierte der Euro bei 1,1320 Franken.

Franken und Gold gesucht

Gegenüber dem Dollar stand die Schweizer Währung etwas schwächer bei 79,10 Rappen. Händlern zufolge griff die Schweizerische Nationalbank (SNB) über dem Terminmarkt dem Euro und dem Dollar unter die Arme. Als sicherer Hafen gesucht wurde Gold, das mit über 1826 Dollar abermals einen Rekordstand erreichte.

Die SNB pumpt im Kampf gegen die Überbewertung des Frankens Milliarden in den Markt. Sie hat am Mittwoch beschlossen, die Giroguthaben der Banken von 120 Milliarden Fr. auf 200 Milliarden Fr. erhöhen zu wollen. Zudem will sie SNB-Bills zurückkaufen und Devisen-Swaps einsetzen. Der Leitzins, den die SNB möglichst nahe Null führen will, erreichte am Donnerstag das Rekordtief von 0,01333 Prozent.

Nur eine Frage der Zeit

Ein Händler sagte allerdings, «auch wenn die SNB nun interveniert hat, dürfte das die Stärke des Franken letztlich nicht stoppen». Sollte es allein bei diesen Massnahmen bleiben, dürfte die Parität von Euro und Schweizer Franken nach Einschätzung der Commerzbank- Analysten aber nur eine Frage der Zeit sein.

In den vergangenen Tagen hatten die Märkte vor allem über die Wechselkursanbindung des Franken an den Euro spekuliert. Unter Zeitdruck setzten sich Bundesrat und Parlament. Das 2 Milliarden schwere Hilfspaket gegen den starken Franken soll in gut drei Wochen vorliegen. Profitieren sollen vor allem die Exportwirtschaft und der Tourismus.

SDA/ AFP/sam

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