Zum Hauptinhalt springen

Die Schweizer Wirtschaft brummt – zumindest auf den ersten Blick

Der Schweizer Bau wartet mit chinesischen Wachstumsraten auf, auch sonst lief es im ersten Quartal rund. Dennoch gibt es für Ökonomen mehrere Gründe, weshalb die Wirtschaft auf wackligen Füssen stehe.

In einigen Bereichen, wie der Maschinenindustrie, entwickelte sich der Export rückläufig: Dreifachzahnräder für Speziallokomotiven bei Stadler Rail in Bussnang SH.
In einigen Bereichen, wie der Maschinenindustrie, entwickelte sich der Export rückläufig: Dreifachzahnräder für Speziallokomotiven bei Stadler Rail in Bussnang SH.

Die Schweizer Wirtschaft produziert wieder gute Zahlen: Das Bruttoinlandprodukt (BIP) stieg im ersten Quartal um 2,0 Prozent gegenüber dem Jahresauftakt 2013. Gegenüber dem Vorquartal betrug das Wachstum 0,5 Prozent. Doch die Konjunktur steht für Bakbasel auf wackligen Füssen.

Sondereffekte hätten eine massgebliche Rolle gespielt, kommentierte das Wirtschaftsforschungsinstitut heute die jüngsten BIP-Zahlen des Staatssekretariats für Wirtschaft (Seco). So habe etwa die Bauwirtschaft von einem ausserordentlich günstigen Winter profitiert, teilte Bakbasel mit. Das Baugewerbe wuchs im ersten Quartal um 6,4 Prozent gegenüber dem Jahresauftakt 2013. Die Bauinvestitionen legten laut Seco-Angaben sogar um 11,5 Prozent zu.

Exporte ziehen nach Tacher an

Auch der starke Anstieg gegenüber dem Vorquartal bei den Güterexporten ist laut Bakbasel mit Vorsicht zu geniessen. Denn das Wachstum von 2,0 Prozent, Edelmetalle und Diamanten nicht mitgerechnet, gleiche den Rückgang im letztjährigen Schlussquartal aus. Damals sanken die Warenexporte um 1,7 Prozent.

Zugelegt haben dabei vor allem die Pharma- und Chemieexporte. In den restlichen Güterklassen wie Maschinen/Elektronik und Präzisionsinstrumente/Uhren/Bijouterie entwickelten sich die Exportzahlen hingegen leicht rückläufig.

Staatlicher Konsum geht zurück

Im Inland enttäuschten laut den Basler Forschern die Investitionen und der Konsum. So wuchs der private Konsum gegenüber dem Vorquartal nur um 0,1 Prozent. Schuld daran war auch das Wetter. «Unter anderem wurde wegen des milden Winters weniger Heizöl konsumiert», sagte Bruno Parnisari, Leiter des Ressorts Konjunktur beim Seco. Zudem seien die Gesundheitsausgaben anfangs Jahr weniger stark gewachsen.

Der staatliche Konsum ging sogar um 0,8 Prozent zurück. Diese Entwicklung habe mit einer rückläufigen Beschäftigung im öffentlichen Sektor zu tun, sagte Parnisari. Eine schwache Entwicklung zeigte sich auch bei den Investitionen der Unternehmen. Die Ausrüstungsinvestitionen sanken im Quartalsvergleich um 1,5 Prozent; im Vergleich zur Vorjahresperiode stiegen sie um 3,5 Prozent.

Die Investitionen seien in den letzten drei Jahren seitwärts verlaufen, sagte Parnisari. «Daraus kann eine gewisse Skepsis der Unternehmen herausgelesen werden», sagte Parnisari weiter. Für das laufende Jahr rechne man nun aber mit einer Zunahme bei den Investitionen.

Prognosen weiterhin gut

Für ein stabiles BIP-Wachstum braucht es laut dem Seco-Ressortleiter eine Erholung des Welthandels. Doch Parnisari zeigt sich optimistisch. «Der Welthandel sollte an Dynamik gewinnen», sagte er. Davon werde auch die Schweizer Wirtschaft profitieren.

Im Moment halte das Seco an seinen Wachstumsprognosen fest. Gemäss diesen rechnet das Seco für das laufende Jahr mit einem Wachstum von 2,2 Prozent. Etwas weniger optimistisch zeigen sich beispielsweise die Experten der Genfer Bank Pictet, die von einem BIP-Plus von 2 Prozent ausgehen. Aber auch sie sehen nun anstelle des Privatkonsums den Export als treibenden Faktor der Konjunktur, wie Pictet-Chefökonom Bernard Lambert auf Anfrage ausführte.

SDA/rub

Dieser Artikel wurde automatisch aus unserem alten Redaktionssystem auf unsere neue Website importiert. Falls Sie auf Darstellungsfehler stossen, bitten wir um Verständnis und einen Hinweis: community-feedback@tamedia.ch