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«Die Anleger stecken in einem Zwiespalt»

Amerikanische Notenbanker hegen Zweifel an der aktuellen Geldpolitik der Fed. An der Wall Street kam diese Nachricht nicht gut an. Der Dow Jones schloss bei 13'880 Punkten.

An den New Yorker Aktienmärkten haben durchwachsene Konjunkturdaten die Kurse gedrückt. Bei Anlegern wuchs die Sorge um das Wirtschaftswachstum, nachdem der Konjunkturindex der Federal Reserve von Philadelphia im Februar um 12,5 Punkte absackte.

Analysten hatten mit einem Anstieg gerechnet. Zudem meldeten sich mehr US-Bürger erstmals arbeitslos als angenommen. In den Knochen steckte den Investoren auch noch die Erklärung der US-Notenbank, wonach die Fed von ihrer ultralockeren Geldpolitik Abstand nehmen könnte.

Der Dow-Jones-Index der Standardwerte schloss 0,3 Prozent schwächer bei 13'880 Punkten. Im Verlauf bewegte er sich zwischen 13'834 und 13'927 Stellen.

Der breiter gefasste S&P-500 büsste 0,6 Prozent auf 1502 Zähler ein, der Index der Technologiebörse Nasdaq 1,0 Prozent auf 3131 Stellen. In Frankfurt ging der Dax mit einem Minus von 1,9 Prozent bei 7583 Punkten aus dem Handel.

«Der Bericht der Fed von Philadelphia ist erschreckend schwach ausgefallen und verstärkt die Sorgen um ein anhaltendes Wirtschaftswachstum», erklärte Charles-Schwab-Analyst Brad Sorensen. «Alles, was wir an Wachstum sehen, ist flau.»

Anleger im Zwiespalt

Börsianern zufolge erhöhten die Daten die Verunsicherung der Anleger. Denn schlechte Konjunkturzahlen könnten die Fed wiederum davon abbringen, an der extrem lockeren Geldpolitik etwas zu ändern. Der CBOE-Volatilitäts-Index, ein Gradmesser für die Nervosität der Anleger, stieg um 6,7 Prozent auf 15,67 Punkte - den höchsten Stand seit zwei Monaten.

«Die Anleger stecken in einem Zwiespalt», sagte ein Händler. «Entweder signalisieren solche Daten, dass die Fed die Märkte weiter mit Geld fluten wird, um die Wirtschaft anzukurbeln. Oder sie zeigen, dass die US-Wirtschaft länger braucht, um wieder auf die Beine zu kommen.»

Aus dem am Mittwochabend veröffentlichten Protokoll der Januar-Sitzung der Fed war hervorgegangen, dass einige Notenbanker Zweifel an Sinn und Wirksamkeit der aktuellen Geldpolitik hegen und eine Drosselung oder eine Einstellung des Anleihekaufprogramms für möglich halten.

Mehrere Fed-Mitglieder hätten die Sorge geäussert, das Programm könnte aus Kosten- oder Effizienzgründen zurückgefahren oder gar eingestellt werden müssen, bevor die Job-Zielmarke erreicht worden sei, hiess es am Mittwoch in den jüngsten Sitzungsprotokollen des Fed. Die US-Aktienmärkte weiteten ihre Verluste nach der Veröffentlichung der Protokolle vorübergehend aus.

Leitzins bleibt auf null

Die Notenbank hatte bei ihrer Sitzung Ende Januar geldpolitisch alles beim Alten belassen. Das Fed tastete den seit Februar 2008 bei nahezu null Prozent liegenden Leitzins nicht an. Zugleich entschied es wie erwartet, die massiven Aufkäufe von Staatsanleihen und Immobilienpapieren, die die Notenbank erst im Dezember auf eine monatliche Summe von 85 Milliarden Dollar erhöht hatte, fortzusetzen, bis die Arbeitslosenquote auf 6,5 Prozent gefallen ist.

Im Januar stieg die Quote allerdings auf 7,9 von 7,8 Prozent und liegt weiter deutlich über dem Schnitt der vergangenen 60 Jahre von sechs Prozent. Die US-Wirtschaft war Ende vorigen Jahres erstmals seit dem Krisenjahr 2009 geschrumpft. Das Bruttoinlandprodukt (BIP) sank im vierten Quartal 2012 aufs Jahr hochgerechnet überraschend um 0,1 Prozent, was Sorgen über die Erholung der weltgrössten Volkswirtschaft genährt hatte.

SDA/mrs

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