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Deutschland will Lagarde an der IWF-Spitze

Die Bundesregierung spricht sich für Christine Lagarde als neuen Kopf des IWF aus. Bei den USA steht die französische Finanzministerin ebenfalls hoch im Kurs. Doch auch sie ist juristisch nicht unbescholten.

Steht unter dem Vorwurf des Amtsmissbrauchs: Finanzministerin Christine Lagarde, hier bei einem Besuch auf dem Gemüsemarkt von Paris. (19. Mai 2011)
Steht unter dem Vorwurf des Amtsmissbrauchs: Finanzministerin Christine Lagarde, hier bei einem Besuch auf dem Gemüsemarkt von Paris. (19. Mai 2011)
Reuters

Deutschland ist dem «Handelsblatt» zufolge für die französische Finanzministerin Christine Lagarde als Nachfolgerin von Dominique Strauss-Kahn als Chef des Internationalen Währungsfonds (IWF). Die Bundesregierung verzichte auf die Benennung eines eigenen Bewerbers, berichtete die Zeitung unter Berufung auf Berliner Koalitionskreise.

Auch die USA sprächen sich für die Französin aus, schrieb die Zeitung weiter. Lagarde spricht sehr gut Englisch und hat lange Jahre in den USA gearbeitet. Sie gelte als fachlich exzellent und als international erfahren. Die Europäer verbänden mit Lagarde die Erwartung, dass sie als IWF-Chefin die Euro-Krise vordringlich manage.

Frei von juristischen Verwicklungen

Ihre Benennung stehe noch unter dem Vorbehalt, dass Lagarde wegen der Affäre Tapie in Frankreich nicht angeklagt werde. Nach Strauss-Kahn müsse der nächste Chef des IWF frei von juristischen Verwicklungen sein, heisse es in Berlin und Washington.

Lagarde werde in Paris Amtsmissbrauch vorgeworfen, schrieb die Zeitung weiter. Sie habe vor Jahren dem Ex-Minister und Geschäftsmann Bernard Tapie durch Anrufung einer zivilen Schiedsstelle eine lange gerichtliche Auseinandersetzung mit dem französischen Staat erspart.

Da der Staat aber das Verfahren vor der Schiedsstelle verloren habe und seine Ansprüche gegen Tapie nicht mehr habe durchsetzen können, werde Lagarde Begünstigung vorgehalten.

dapd/kpn

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