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Der Katastrophenwinter

In den Schweizer Skigebieten sind die Gästezahlen im Februar geradezu eingebrochen. Tatsächlich nimmt die Zahl der Schneesportler seit Jahren ab. Dennoch investieren viele Regionen im grossen Stil.

Nur die Spuren im Schnee zeugen davon, dass hier Snowboard gefahren wird: Halfpipe am Crap Sogn Gion in Laax.
Nur die Spuren im Schnee zeugen davon, dass hier Snowboard gefahren wird: Halfpipe am Crap Sogn Gion in Laax.
Matthias Chapman
Erstaunlich leer sind die Pisten im Bündner Skigebiet: Aufnahme vom Skilift Curnius.
Erstaunlich leer sind die Pisten im Bündner Skigebiet: Aufnahme vom Skilift Curnius.
Matthias Chapman
Trotzdem berichten die Skisportgebiete von einer guten Buchungslage und gut besuchten Skischulkursen: Archivaufnahme aus Mürren.
Trotzdem berichten die Skisportgebiete von einer guten Buchungslage und gut besuchten Skischulkursen: Archivaufnahme aus Mürren.
Keystone
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Das warme Wetter und der ständige Föhn schlagen auf die Rechnung der Bergbahnen. Im Februar sind die Besucherzahlen mit einem Minus von 11,6 Prozent regelrecht eingebrochen. Am schlimmsten trifft es gemäss «SonntagsZeitung» das Bündnerland (–13 Prozent) und das Wallis (–16 Prozent). Auf die ganze Saison gerechnet, resultiert im Schnitt ein Minus von über 10 Prozent. Einzige Ausnahme ist das Tessin, dort haben die Bahnen wegen des vielen Schnees im Februar ein leichtes Plus, für die ganze Saison resultiert aber auch hier ein Minus.

Wegen des geringen Gästeaufkommens bleibt auch deutlich weniger Geld in den Alpen. Bei den Bergbahnen gingen im Februar die Umsätze um 9,6 Prozent zurück, seit Saisonbeginn waren es 5,4 Prozent. In einigen Regionen, zum Beispiel in der Surselva, zu der auch Laax gehört, sind die Einbrüche im zweistelligen Bereich.

Dies, nachdem der Trend seit Jahren nach unten gezeigt hat. Innerhalb der letzten zehn Jahre ist die Zahl jener, die überhaupt Ski- oder Snowboardfahren, je nach Alterskategorie zwischen 3 und 8 Prozent zurückgegangen, so die «SonntagsZeitung». Die Zahl der J+S-Skilager ist zwischen 2005 und 2012 um 13 Prozent gesunken.

«Ein ruinöses Wettrüsten»

Trotz der leeren Kassen wird in den Bergen kräftig investiert. Arosa und Lenzerheide haben zusammen 50 Millionen Franken ausgegeben, um ihre Skigebiete zusammenzuschliessen, in der Region Gstaad/Saanenland sind Bahnen für 262 Millionen Franken geplant. Auch die Jungfraubahnen wollen Millionen in ihr Skigebiet pumpen. So soll für rund 200 Millionen Franken eine neue Gondelbahn von Grindelwald nach Männlichen gebaut werden.

«Es ist ein ruinöses Wettrüsten im Gang,» sagt Dominik Siegrist von der Forschungsstelle für Freizeit, Tourismus und Landschaft an der Hochschule für Technik in Rapperswil gegenüber der «SonntagsZeitung». «Es wird wie verrückt investiert, obschon man weiss, dass es mittelfristig nur noch wenige grosse Skigebiete geben wird, die rentabel sind.»

Jürg Schmid von Schweiz Tourismus sagt hingegen: «Ich glaube, dass man investieren muss, sonst ist der Trend nicht zu kehren.» Dies notfalls mit finanzieller Hilfe der Gemeinden.

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