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Börsen reagieren verhalten

Das griechische Parlament ermöglicht die überfällige Milliardenhilfe. Die Börsen haben damit gerechnet, die Kursbewegungen geben keinen Anlass zur Euphorie.

Wie erwartet, haben die Börsen durchwegs positiv auf das Votum in Athen reagiert, wenn auch nicht euphorisch. Die Anleger haben mit diesem Ausgang offenbar bereits gerechnet. Auch in der Schweiz waren die Bewegungen verhalten: Der Schweizer Standardwerte-Index SMI notierte gegen 15.30 Uhr um 1,23 Prozent im Plus und stand damit etwa auf demselben Niveau wie bei Beginn der Abstimmung in Athen. Der Franken notierte gegenüber dem Euro bei 1.20 und zeigte damit ebenfalls kaum eine Veränderung.

Mit Ausreissern an den Börsen rechnet Thomas Herrmann, Senior-Analyst der Credit Suisse, kurzfristig nicht mehr. Denn die Finanzmärkte haben sich im Vorfeld bereits dermassen stark auf den positiven Ausgang der Abstimmung eingestellt, dass ab nun keine gravierenden Kapitalmarktschwankungen mehr wegen der Griechenlandkrise zu erwarten seien.

Neuer Terminplan

Die heutige Abstimmung über das Sparpakt Griechenlands setzt endlich Hilfsmittel der EU in der Höhe von zwölf Milliarden für das Land frei. Das «Ja» ist die Grundlage dafür, dass die Europäische Zentralbank, der Währungsfonds und der Europäische Stabilisierungsmechanismus (ESM) in Form des bekannten Euro-Rettungsschirms tatsächlich auszahlen. Nur so können unmittelbar bevorstehende Verbindlichkeiten von acht Milliarden Euro, die im August fällig sind, auch bezahlt werden. Die folgenden Einzelabstimmungen zum Sparpaket in Athen ab morgen stehen zwar noch bevor, aber diese Zustimmung ist ein wichtiges Signal für die Finanzmärkte, sagt Thomas Herrmann.

Doch die Uhr für Griechenland tickt weiter. Ab dem 3. Juli werden die zwölf Milliarden Euro ausgezahlt, aber bis zum 11. Juli müssen sich die Griechen mit den Details zum Sparpaket sputen. Dann wird nämlich über eine Ausweitung des Gesamthilfepakets von 110 Milliarden Euro befunden. Für eine mittelfristige Weiterfinanzierung macht der Währungsfonds die detaillierte Ausgestaltung der Massnahmen zur Voraussetzung. Griechenland kann also aufatmen, aber nur kurz: «Das Schuldenproblem Griechenlands wird uns die nächsten drei Jahre begleiten», sagt Herrmann. Auch die Dramaturgie des Wartens und Bangens werde die EU wohl beibehalten.

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