Zum Hauptinhalt springen

Auch Moody's droht nun der US-Regierung

Der Streit zwischen US-Demokraten und Republikanern um die Schuldenobergrenze ruft Moody's auf den Plan. Die Ratingagentur warnt die USA vor einer Herabstufung der Kreditwürdigkeit.

Gefährlicher Streit: Im Kapitol in Washington ringt die Administration Obama mit den Republikanern und abtrünnigen Demokraten um die Anhebung der Schuldenobergrenze. (Aufnahme vom 11. Februar 2010)
Gefährlicher Streit: Im Kapitol in Washington ringt die Administration Obama mit den Republikanern und abtrünnigen Demokraten um die Anhebung der Schuldenobergrenze. (Aufnahme vom 11. Februar 2010)
Keystone

Angesichts des horrenden Haushaltsdefizits der USA hat die Ratingagentur Moody's vor einer Herabstufung der Kreditwürdigkeit der grössten Volkswirtschaft der Welt gewarnt.

Dies könne der Fall sein, wenn sich der US-Kongress und die Regierung «in den kommenden Wochen» nicht auf eine Anhebung der Schuldenobergrenze einigen, erklärte die Agentur. Dann könne die Bestnote «Aaa» nicht gewahrt werden, mit der sich das Land an den Finanzmärkten zu günstigen Konditionen frisches Geld besorgen kann.

Mitte April hatte bereits die Ratingagentur Standard & Poor's den Bonitätsausblick für die USA herabgestuft und mit dem Entzug der Topbewertung für US-Staatsanleihen gedroht. Dies führte zu grosser Verunsicherung an den Märkten und drückte auch die Aktienkurse nach unten.

Scharfe Auseinandersetzung

Das Weisse Haus rechnet damit, dass das Haushaltsdefizit im laufenden Jahr 10,9 Prozent des Bruttoinlandprodukts betragen wird – ein Niveau, das seit dem Ende des Zweiten Weltkrieges nicht mehr erreicht wurde.

Die Demokraten von US-Präsident Barack Obama und die Republikaner, die seit Januar das Repräsentantenhaus kontrollieren, liefern sich derzeit eine scharfe Auseinandersetzung über die künftige Haushaltspolitik des Landes. Nur mit Mühe verabschiedete der Kongress im April einen Budget-Kompromiss für die restlichen Monate des Haushaltsjahres 2011, das im September endet.

Nervöser Handel

Nach einem nervösen Handel haben die US-Börsen gestern uneinheitlich geschlossen. Der Dow-Jones-Index der Standardwerte gab 0,3 Prozent auf 12'248 Punkte nach. Der breiter gefasste S&P-500 sank 0,1 Prozent auf 1312 Zähler. Der Index der Technologiebörse Nasdaq stieg dagegen um 0,2 Prozent auf 2773 Punkte.

Aus Furcht vor einer deutlichen Abkühlung der Konjunktur zogen sich einige Anleger aus den Aktienmärkten zurück. Händler sprachen von einem insgesamt nervösen Geschäft.

Am Mittwoch waren alle drei Marktindizes über zwei Prozent eingebrochen. Vor den Arbeitsmarktdaten für Mai, die am Freitag veröffentlicht werden, hielten sich Börsianer mit grossen Kaufaufträgen zurück.

Neues Hilfsprogramm für Athen?

Gestoppt wurde der Abwärtstrend von der Nachricht, dass sich hochrangige Vertreter der Eurozone Kreisen zufolge grundsätzlich auf ein neues Hilfsprogramm für Griechenland geeinigt hätten.

Es werde bis Mitte 2014 laufen, sagte eine mit den Verhandlungen vertraute Person. Der private Sektor werde an den Hilfen beteiligt sein. Allerdings werde der Anteil begrenzt, um eine Kreditklemme zu vermeiden.

Eine Serie schlechter Konjunkturdaten weckte Zweifel an der Stärke des Aufschwungs in den USA. Sorge bereiten vor allem die Negativmeldungen vom Arbeitsmarkt. Auch die Industrie schwächelt auf breiter Front.

Führende Vertreter der Notenbank Fed liessen deshalb durchblicken, dass die Nullzinspolitik noch eine Weile fortgesetzt wird. Die Zahl der Jobs in der Privatwirtschaft stieg im Mai so langsam wie seit September 2010 nicht mehr.

Der Zuwachs betrug lediglich 38'000. Im April hatte es noch ein Plus von 177'000 gegeben. Die Arbeitslosigkeit sinkt deshalb nur langsam. Die Zahl der Erstanträge auf Arbeitslosenhilfe ging in der abgelaufenen Woche lediglich um 6000 auf 422'000 zurück.

Goldman Sachs verlor 1,3 Prozent

Ein Schelte der Ratingagentur Moody's für die USA fand an den Aktienmärkten kaum Beachtung. Die Bonitätswächter warnten vor steigenden Risiken für das Kredit-Rating des weltgrössten Schuldensünders.

Aktien von Goldman Sachs verloren 1,3 Prozent. Die US-Grossbank erhielt Kreisen zufolge eine Vorladung wegen ihrer Rolle in der Finanzkrise. Es gehe um Vorwürfe des US-Senatsausschusses im Zusammenhang mit dem Kollaps des Immobilienmarktes in den USA, hiess es.

An der New York Stock Exchange wechselten rund 1 Milliarde Aktien den Besitzer. 1412 Werte legten zu, 1584 gaben nach und 117 blieben unverändert. An der Nasdaq schlossen bei Umsätzen von 1,92 Milliarden 1269 Aktien im Plus, 1272 im Minus und 123 unverändert.

dapd/sda/rub, bru

Dieser Artikel wurde automatisch aus unserem alten Redaktionssystem auf unsere neue Website importiert. Falls Sie auf Darstellungsfehler stossen, bitten wir um Verständnis und einen Hinweis: community-feedback@tamedia.ch