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Amour fou

Frankreich und der IWF: Seit die Finanzinstitution ihre Arbeit aufnahm, war sie auffallend oft unter französischer Führung. Die jeweiligen Amtszeiten waren meist durch schwere Turbulenzen geprägt.

Er erlebte den Fall des Eisernen Vorhangs, sie muss durch die Eurokrise führen: Christine Lagarde und der vorletzte Franzose an der IWF-Spitze, Michel Camdessus.
Er erlebte den Fall des Eisernen Vorhangs, sie muss durch die Eurokrise führen: Christine Lagarde und der vorletzte Franzose an der IWF-Spitze, Michel Camdessus.

Christine Lagarde ist die fünfte französische Führungskraft an der Spitze des Internationalen Währungsfonds (IWF). Seit die Finanzinstitution 1946 ihre Arbeit aufnahm, führten Franzosen insgesamt 35 Jahre lang ihre Geschicke.

Von September 1963 bis August 1973 hatte Pierre-Paul Schweitzer den IWF-Spitzenjob inne. In die Amtszeit des Neffen von Friedensnobelpreisträger Albert Schweitzer fiel der Zusammenbruch des seit Ende des Zweiten Weltkrieges geltenden globalen Währungssystems, das von festen Wechselkursen und dem mit Gold gedeckten US-Dollar als Leitwährung geprägt war.

Von Juni 1978 bis Januar 1987 stand der Finanzexperte Jacques de Larosière an der Spitze des IWF, während seines Mandats war die Weltwirtschaft durch den zweiten Ölschock 1979 und Schuldenkrisen in Lateinamerika angeschlagen.

Schwierige Ägide mit dem Fall des Eisernen Vorhangs

Sein Nachfolger war ebenfalls Franzose: Michel Camdessus, dessen Amtszeit bis zum Februar 2000 dauerte. Unter seiner Ägide war der IWF mit dem Fall des Eisernen Vorhangs, der sogenannten Tequila-Währungskrise in Mexiko 1994 und der Asien-Krise 1997/1998 konfrontiert. Umstritten ist Camdessus Rolle in der Argentinien- Krise, auf deren Höhepunkt er während seiner dritten Amtszeit sein Amt niederlegte.

Lagardes Vorgänger Dominique Strauss-Kahn schliesslich übte das Amt des Managing Directors beim IWF von November 2007 bis vergangenen Mai aus. Der Währungsfonds spielte unter seiner Führung eine zentrale Rolle bei der Eindämmung der Wirtschafts- und Finanzkrise sowie zuletzt bei der Schuldenkrise in der Eurozone.

Der fachlich hoch angesehene Strauss-Kahn musste zurücktreten, weil er in einem New Yorker Luxushotel ein Zimmermädchen sexuell angegriffen haben soll – was er bestreitet. Derzeit steht er unter Hausarrest und wartet auf seinen Prozess.

SDA/mrs

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