Die USA erwägen ihre Ölreserven anzuzapfen

Angesichts der steigenden Ölpreise wollen die USA von ihren Ölreserven Gebrauch machen. Vor solch einem Schritt müssten allerdings eine ganze Reihe von Faktoren einbezogen werden.

Der Ölpreis bereitet ihm Sorgen: US-Präsident Barack Obama.

Der Ölpreis bereitet ihm Sorgen: US-Präsident Barack Obama.

(Bild: Keystone)

Als Folge der Krise in Libyen steigen die Ölpreise. Die USA erwägen daher ihre strategischen Ölreserven anzuzapfen. «Das ist bislang nur in sehr seltenen Fällen passiert», sagte der neue Stabschef im Weissen Haus, Bill Daley, am Sonntag dem US-Fernsehsender NBC.

«Wir schauen uns unsere Optionen an, und die Reserven sind eine, die wir in Erwägung ziehen.» Vor solch einem Schritt müssten allerdings eine ganze Reihe von Faktoren überdacht und einbezogen werden. Die Benzinpreise in den USA sind nach Angaben des US-Autoclubs AAA binnen eines Monats um mehr als zwölf Prozent gestiegen. Treibstoffpreise sind ein empfindliches politisches Thema in den USA.

Am Sonntag kostete die Gallone (3,8 Liter) unverbleites Benzin im Landesschnitt 3,50 Dollar (3,20 Franken). Der bisher höchste Durchschnittspreis wurde den AAA-Angaben zufolge im Sommer 2008 mit 4,11 Dollar pro Gallone bleifreies Benzin registriert.

Ölpreise steigen weiter

Die Ölpreise verteuerten sich am Montag auf den höchsten Stand seit zweieinhalb Jahren. Die Nordsee-Sorte Brent kostete mit 117.32 Dollar pro Fass (1 Fass = 159 Liter) über ein Prozent mehr als am Freitag. US-Öl sprang sogar um 2.02 Dollar auf 106.44 Dollar. Die strategischen US-Ölreserven betragen nach Medienberichten fast 730 Millionen Fass. Die USA verbrauchen nach Angaben der Behörde für Energie-Information pro Tag knapp 19 Millionen Fass Öl - so viel wie kein anderes Land der Erde.

Die Vorräte waren Anfang der 70er Jahre als Reaktion auf den Ölschock durch das Embargo arabischer Staaten angelegt worden. Zuletzt wurden sie 2008 nach dem Zerstörungszug der Hurrikane «Gustav» und «Ike» im Süden der USA angezapft. Um die Märkte zu beruhigen, ging die Regierung die Reserven im Januar 1991 an, nach der Invasion Kuwaits. Um die Reserven bei einem Versorgungsengpass anzuzapfen, braucht der Präsident keine Genehmigung des Kongresses.

jak/sda

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