Arbeitsmarktdaten ziehen US-Börsen ins Minus

Enttäuschende Zahlen vom Arbeitsmarkt haben für Verluste an den US-Börsen gesorgt. In den USA war die Zahl der Erstanträge auf Arbeitslosenhilfe in der vergangenen Woche überraschend gestiegen.

Am Vortag hatte bereits auf die Stimmung gedrückt, dass die Beschäftigung im Privatsektor im April schwächer als erwartet gestiegen war. Das alles gilt als negatives Signal für den US- Arbeitsmarktbericht, der am Freitag ansteht.

In den vergangenen Monaten habe der Markt schlechte Nachrichten stets abgeschüttelt, sagte ein Börsianer. Nun werde so manchem klar, dass die US-Wirtschaft noch nicht vollends über den Berg sei.

Der Dow Jones Industrial Average ging mit minus 1,1 Prozent bei 12'584,17 Punkten aus dem Handel. Damit stehen in dieser Woche bislang drei Verlusttage zu Buche, am Dienstag hatte der US- Leitindex prozentual unverändert geschlossen.

Für den breiter gefassten S&P-500-Index ging es am Abend um 0,91 Prozent auf 1335,10 Prozent nach unten - der vierte Verlusttag in Folge. Etwas geringer fielen die Verluste an der Technologiebörse Nasdaq aus. Der Nasdaq Composite büsste 0,48 Prozent auf 2814,72 Punkte ein, der Auswahlindex Nasdaq 100 sank um 0,52 Prozent auf 2375,21 Punkte.

GM für tiefe Preise abgestraft

Mit Zahlen im Blickpunkt standen die Aktien des erst im November an die Börse zurückgekehrten Autobauers General Motors (GM) . Sie verloren überdurchschnittliche 3,09 Prozent auf 32,02 US-Dollar, obwohl der Gewinn dank starker Verkaufszahlen und der Trennung von Anteilen an ehemaligen Tochterfirmen auf unter dem Strich 3,2 Milliarden Dollar geklettert war.

Das war dreimal so viel wie im Vorjahreszeitraum. Bemängelt wurde am Markt aber die Entwicklung der Fahrzeugpreise. Dass diese bei GM nicht positiv überrascht hätten wie zuvor beim Erzrivalen Ford, sei negativ, sagte ein Börsianer. Zudem waren die GM-Titel zuletzt nach überzeugenden US-Absatzzahlen schon gut gelaufen.

Einen Sprung um 8,84 Prozent nach oben auf 21,68 Dollar legten nach starken Zahlen vom Vorabend die Anteilsscheine von Electronic Arts hin. Der Computerspielriese hatte dank erfolgreicher neuer Spiele wie «Crysis 2» die Verluste im vergangenen Geschäftsjahr deutlich verringert.

Im laufenden Geschäftsjahr will Electronic Arts in die schwarzen Zahlen zurückkehren. Mit 0,33 Prozent im Plus bei 59,95 Dollar lagen Whole Foods Market . Die Biosupermarktkette hatte mit ihrem Quartalsgewinn positiv überrascht und darüber hinaus ihre Ziele für das Gesamtjahr angehoben.

Ölwerte unter Druck

Die Ölpreise brachen wegen eines stark steigenden Dollarkurses ein, was Ölwerten zu schaffen machte. So sanken ExxonMobil um 2,58 Prozent auf 82,62 Dollar und zählten damit zu den schwächsten Dow- Werten.

Chevron Corp. verbilligten sich um 2 Prozent auf 102,62 Dollar. Da auch die Kurve der Metallpreise nach unten zeigt, büssten die Papiere des Bergbaukonzerns Freeport McMoran 2,56 Prozent auf 49,85 Dollar ein.

Timberland enttäuschte

Für eine herbe Enttäuschung sorgte der Schuhhersteller Timberland mit seinen Zahlen. Der Konzern hatte sowohl beim Umsatz als auch beim Gewinn die Erwartungen des Marktes enttäuscht.

Zudem geht das Unternehmen davon aus, dass die Margen auch im weiteren Verlauf des Jahres aufgrund steigender Rohstoff- und Arbeitskosten unter Druck bleiben. Ein Marktteilnehmer sprach von «schockierenden Resultaten», die Titel rutschten um mehr als 26 Prozent auf 30,65 Dollar ab.

pbe/sda

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