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13 Milliarden Franken Minus wegen Frankenschock

Wieviel Jobs, Wachstum und BIP-Prozente hat die heftige Frankenaufwertung gekostet? Die Ökonomen der CS haben nachgerechnet.

Von dieser Arbeit gibt es seit der Frankenaufwertung weniger: Industrie-Job in einer mechanischen Werkstätte.
Von dieser Arbeit gibt es seit der Frankenaufwertung weniger: Industrie-Job in einer mechanischen Werkstätte.
Keystone

Die Ökonomen der Credit Suisse rechnen für das laufende Jahr weiterhin mit einem Wachstum von einem Prozent. Während der Exportsektor die Talsohle durchschritten habe, belaste der Schwungverlust der Binnenwirtschaft das Wachstum, schreibt die Credit Suisse in ihrer Publikation «Monitor Schweiz». Für 2017 hat die Credit Suisse die Wachstumsprognose von 1,5 Prozent bestätigt, wie aus dem am Dienstag veröffentlichten «Monitor Schweiz» weiter hervorgeht.

Für einen zusätzlichen Schub könnte in diesem Jahr allenfalls der Aussenhandel sorgen. Die Binnenwirtschaft hingegen dürfte noch immer mit der «Verdauung» der Frankenaufwertung beschäftigt sein. Kostendruck und Effizienzsteigerung würden auch das Jahr 2016 prägen.

Das Wachstum hinke in der Schweiz seit der Aufhebung der Untergrenze für den Euro-Franken-Wechselkurs durch die Schweizerische Nationalbank (SNB) hinter der Entwicklung in den Nachbarländern her und sei weniger als halb so hoch wie zu Zeiten der Untergrenze.

Eigentlich um 2,3 Prozent gewachsen

Unter der Annahme eines Euro-Franken-Kurses von konstant 1,20 seit Ende 2014 und dem tatsächlich beobachteten Wachstum in der Eurozone wäre die Schweizer Wirtschaft im ersten Quartal 2016 im Vorjahresvergleich um 2,3 Prozent gewachsen, haben die Ökonomen errechnet.

Umgerechnet habe die Aufwertung des Frankens damit hierzulande über 13 Milliarden Franken an Bruttoinlandprodukt gekostet. Geld, das heute allem voran in den Kassen der Unternehmen fehle.

Industriesektor hat 13'000 Stellen verloren

Der Entscheid vieler Unternehmen, einen Teil der Gewinnmarge zu opfern und dafür die preisliche Wettbewerbsfähigkeit sowie die daraus resultierenden Aufträge zu erhalten, wirke stützend auf den Arbeitsmarkt und damit indirekt auch auf den Konsum.

Zwar zähle die Schweiz heute 13'000 Arbeitslose mehr als Anfang 2015, der Anstieg sei jedoch graduell erfolgt und habe in den letzten Monaten an Dynamik verloren. Die Credit-Suisse-Ökonomen erwarten, dass die Arbeitslosenquote nicht mehr weiter steigen wird. Ende Jahr wird eine Arbeitslosenquote von 3,5 Prozent erwartet. 2017 dürfte die unverändert bleiben.

Besonders ausgeprägt sei der Stellenabbau in der Industrie gewesen, wo seit dem ersten Quartal 2015 knapp 13'000 Vollzeitstellen verschwunden seien, was zwei Prozent der Gesamtbeschäftigung in der Industrie entspreche. Diesem Beschäftigungsrückgang stehe jedoch ein Stellenaufbau im Dienstleistungssektor gegenüber: Im Gesundheits- und Sozialwesen seien 14'000 neue Stellen geschaffen worden.

Das Beschäftigungswachstum dürfte sich zwar im weiteren Jahresverlauf verlangsamen, insgesamt aber trotz des zunehmenden Kostendrucks auf die Binnenbranchen dennoch positiv bleiben.

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