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Jedes Jahr bleiben 100'000 Gegenstände in den Zügen liegen

Der Fall eines Violinisten, der im Juli eine Stradivari-Geige in einer Berner S-Bahn liegen liess, hat für Schlagzeilen gesorgt.

Der Mann ist allerdings in guter Gesellschaft: Jeden Monat bleiben tausende Gegenstände in den Zügen zurück.

Jährlich lassen die SBB-Passagiere etwa 100'000 persönliche Gegenstände in den Zügen liegen, wie SBB-Sprecher Frédéric Revaz auf Anfrage sagte. Unter den am häufigsten liegengelassenen Gegenständen befänden sich Portemonnaies und Mobiltelefone.

Nur rund die Hälfte der vergessenen Gegenstände können laut Revaz den rechtmässigen Besitzern zurückgegeben werden. Für den Rest werden nach der gesetzlichen Aufbewahrungsfrist neue Besitzerinnen und Besitzer gesucht.

Mit dem Weiterverkauf erwirtschaftet die SBB aber keinen Gewinn. «Die Einnahmen decken die Kosten nicht, die durch den Betrieb des Fundbüros anfallen», sagte Revaz. Seit 2005 überlässt die SBB den Weiterverkauf der Bahn-Fundstücke überdies der Zürcher Firma Fundsachenverkauf.ch.

Kette im Wert von 26'000 Franken

Eine diamantbesetzte Kette aus Gold im Wert von 26'000 Franken sowie eine Uhr im Wert von 19'000 Franken - das sind laut Geschäftsführer Roland Widmer derzeit die wertvollsten Stücke im Katalog von Fundsachenverkauf.ch.

Bei Widmer und seinen 14 Angestellten gehen jeden Monat 60'000 Fundartikel ein, darunter rund 400 Mobiltelefone. Zu welchem Preis die Firma die Fundgegenstände bei der SBB einkauft, darüber schweigt sich Widmer aus. Zu den weiteren Partnern der Zürcher Firma gehört etwa der Flughafen Zürich.

Zu den Profiteuren zählen die Käufer der Fundgegenstände. Der Wert der Artikel wird nämlich von Spezialisten geschätzt und anschliessend werden diese für die Hälfte ihres Werts im Verkaufsgeschäft in Zürich Wollishofen und bei öffentlichen Versteigerungen zum Verkauf angeboten.

Keine Goldmine

Trotz den Luxusjuwelierwaren sei Fundsachenverkauf.ch keine Goldmine, sagt Widmer. Gegenstände mit einem Wert über 20'000 Franken seien selten. Zudem seien diese anders als etwa Smartphones nicht sehr gefragt: Die genannte Kette wartet laut Widmer bereits seit rund einem Jahr auf einen Käufer, die Uhr seit vier bis fünf Monaten.

Die vergessene Stradivari-Geige hingegen fand ihren Besitzer wieder: Ein junger Mann gab das teure Instrument auf dem Fundbüro ab. Wie die Polizei mitteilte, zeigte sich der Eigentümer überglücklich, die mehrere hundert Jahre alte Geige zurückzuerhalten, und stellte in Aussicht, sich beim ehrlichen Finder erkenntlich zu zeigen.

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