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Indien wächst so langsam wie seit neun Jahren nicht mehr

Neu-Delhi Die indische Wirtschaft ist im ersten Quartal so langsam gewachsen wie seit neun Jahren nicht mehr.

Von Januar bis März legte das Bruttoinlandprodukt (BIP) lediglich um 5,3 Prozent im Vergleich zum Vorjahreszeitraum zu, teilte die Regierung am Donnerstag mit. Analysten hatten im Schnitt mit 6,1 Prozent gerechnet. In den Jahren vor der Finanzkrise hatte Indien noch mit Wachstumsraten von mehr als neun Prozent geglänzt und sich ein Wettrennen mit dem benachbarten China um das am schnellsten aufholende Schwellenland geliefert. Sorge bereitet vor allem das Verarbeitende Gewerbe, das gar um 0,3 Prozent schrumpfte. Der Industrie macht die schwache Währung zu schaffen, die Importe verteuert. Die Zentralbank versucht, die Inflation mit hohen Zinsen zu dämpfen. Dadurch werden aber auch Kredite teurer, was Investitionen und Konsum belastet. Auch die traditionell starke Landwirtschaft wuchs mit 1,7 Prozent nicht so stark wie erwartet. Ausländische Investoren halten sich zurück, weil die Regierung bei Wirtschafs- und Steuerreformen einen Zickzack-Kurs fährt, viel Geld für Subventionen ausgibt und durch die hohe Neuverschuldung eine Herabstufung der Kreditwürdigkeit durch die Ratingagenturen riskiert. Zinssenkung erwartet «Die Daten zeigen das ungewöhnliche Ausmass der Schwächung der Wirtschaft», sagte Ökonom Dariusz Kowalczyk von Credit Agricole CIB in Hongkong. Experten gehen nun davon aus, dass die Zentralbank ihren Leitzins senken wird. «Eine Zinssenkung ist nun ausgemacht», sagte Anubhuti Sahay von der Standard Chartered Bank in Mumbai. Im gesamten Finanzjahr zu Ende März erreichte das Plus 6,5 Prozent. Auch dies war die niedrigste Rate seit Jahren. 2011 wuchs das Bruttoinlandprodukt noch um 8,4 Prozent.

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