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Indien droht Herabstufung durch Fitch

Mumbai Schwaches Wachstum, hohe Inflation und jetzt auch noch eine drohende Herabstufung der Kreditwürdigkeit durch die Ratingagentur Fitch: Für Indien häufen sich derzeit die schlechten Nachrichten.

Fitch senkte am Montag den Ausblick für die Bonitätsbewertung von stabil auf negativ. Derzeit wird Indien mit BBB- bewertet. Folgt eine Herabstufung, gilt für Investitionen in Staatsanleihen des Landes ein substanzielles Ausfallrisiko. «Eine deutliche Lockerung der Haushaltspolitik würde eine Herabstufung von Indiens Kreditwürdigkeit nach sich ziehen», drohte Fitch. Die Verschuldung des Landes werde am Ende des Steuerjahres bei 66 Prozent des Bruttoinlandproduktes liegen. Der Durchschnitt der anderen mit BBB- bewerteten Staaten betrage dagegen nur 39 Prozent. Das indische Finanzministerium reagierte verärgert. Die Agentur ignoriere die zuletzt positive Entwicklung der indischen Wirtschaft ebenso wie die verabschiedeten Strukturreformen, hiess es in einer Stellungnahme. Der lange Zeit boomenden indischen Wirtschaft war zuletzt die Puste ausgegangen. Sie wuchs im ersten Quartal mit 5,3 Prozent so langsam wie seit neun Jahren nicht mehr. Zu schaffen macht dem Land auch die hohe Inflation, die durch die schwächelnde Währung Rupie noch befeuert wird. «Angesichts der anhaltend hohen Inflation und der schlechten Haushaltslage sind umso grössere Anstrengungen und Reformen von der Regierung gefragt, damit Indien mit der turbulenten Weltkonjunktur zurechtkommen kann», sagte Fitch-Experte Art Woo. Trotz der schwächelnden Konjunktur verzichtete die Zentralbank überraschend auf eine Zinssenkung. Sie beliess den Leitzins bei acht Prozent. «Eine weitere Zinssenkung zu diesem Zeitpunkt könnte eher die Inflation anheizen als das Wachstum stimulieren», verteidigte die Zentralbank ihre Politik.

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