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Hotelplan will über Google US-Kunden anlocken

Die Migrostochter expandiert ins US-Geschäft. Ein Deal mit der Suchmaschine zeigt erste Erfolge.

Seit September habe wurden 25'000 neue Kunden in den USA und in Grossbritannien dazu gewonnen: Eine Hotelplan-Mitarbeiterin berät einen Mann. (Archivbild)
Seit September habe wurden 25'000 neue Kunden in den USA und in Grossbritannien dazu gewonnen: Eine Hotelplan-Mitarbeiterin berät einen Mann. (Archivbild)
Keystone

Angesichts des Gegenwinds beim Verkauf traditioneller Badeferien expandiert die Hotelplan-Gruppe ins Amerika-Geschäft. Über die Suchmaschine Google will die Migros-Reisetochter dort US-Kunden anlocken.

Damit könnte Hotelplan zu einem interkontinentalen Reiseveranstalter werden, ohne in den einzelnen Ländern Tochtergesellschaften aufzubauen. Zum Start hat der Schweizer Reisekonzern das Onlineportal Bedfinder.com reaktiviert, das in einem ersten Schritt Hotelübernachtungen anbietet.

Der Unterschied zu herkömmlichen Suchresultaten ist, dass Bedfinder in die amerikanische Google-Seite eingebunden erscheint und gleich Zimmerpreise für die gewünschte Aufenthaltsdauer anzeigen kann. Dort muss sich Bedfinder mit den Angeboten der Konkurrenz von internationalen Grössen wie Booking oder Expedia messen.

Kundendaten aus Gmailkonto

Im Unterschied zur Konkurrenz hat es Bedfinder als einer von wenigen Anbietern weltweit geschafft, in die Google-Seite integriert zu werden. So wird der Nutzer beim Angebot von Bedfinder nicht auf eine andere Homepage umgeleitet, sondern verbleibt in der Google-Buchungsmaske.

Ist ein Gmailkonto vorhanden, sind einige Kundendaten bei der Buchung bereits eingetragen. Das erhöhe den Komfort für den Kunden und senke die Abbruchquote, sagte Hotelplan-Gruppen-Chef Thomas Stirnimann vor den Medien in Zürich.

Guter Start

Der Start sei besser verlaufen als erwartet, sagte Bedfinder-Chefin Katja Altmann. Seit dem 6. September habe man 25'000 neue Kunden in den USA und in Grossbritannien gewonnen, wo Bedfinder Ende 2016 auf den Markt gekommen sei. Diese hätten einen Umsatz von 4,9 Millionen Franken in die Kasse gespült. Und das Geschäft sei bereits profitabel.

Bedfinder wolle aber nicht bei Hotelzimmern verharren, sondern bald auch Pauschalreisen anbieten. Zudem will man auch in weiteren Ländern tätig werden wie etwa Kanada, Australien, Spanien, Deutschland, Italien oder Frankreich. Das Tempo bestimme hier aber Google.

Und Google soll nicht die einzige Suchmaschine bleiben. Man sei auch in Gesprächen mit den Reisesuchmaschinen Trivago, Tripadvisor und Kayak, sagte Altmann.

Terroranschläge wirken sich aus

Im vergangenen Geschäftsjahr 2015/16 (per Ende Oktober) hat die Hotelplan-Gruppe unter Terroranschlägen und politischen Turbulenzen gelitten, die auf das Reisegeschäft durchschlugen. Der Bruttoumsatz ging um weitere 3 Prozent auf 1,435 Milliarden Franken zurück.

Der operative Gewinn vor Goodwillabschreibungen (EBITA) habe sich dagegen um mehr als die Hälfte verbessert, sagte Stirnimann im Gespräch mit der Nachrichtenagentur sda, ohne Zahlen zu nennen.

Im Vorjahr hatte die Hotelplan-Gruppe wegen der Umstellung der Rechnungslegung von IFRS auf den Schweizer Standard FER Goodwillabschreiber vornehmen müssen, was einen Betriebsverlust (Ebit) von 15 Millionen Franken hinterliess. Das aktuelle Resultat fürs Geschäftsjahr 2015/16 will der Mutterkonzern Migros am 28. März veröffentlichen.

«Wir hatten ein schwieriges Jahr»

Kräftig im Gegenwind stand der Reiseveranstalter Hotelplan Suisse, dessen Bruttoumsatz um 10,5 Prozent auf 575 Millionen Franken tauchte. Auch die Zahl der Passagiere sackte um über 10 Prozent ab. «Wir hatten ein schwieriges Jahr», sagte Stirnimann. Das Geschäft in der Türkei, Ägypten und Tunesien sei immer stärker eingebrochen.

Diese drei Länder würden ein Drittel des normalen Mittelmeergeschäftes ausmachen. Das könne man nicht einfach durch andere Destinationen vollständig ersetzen. Dank eines sehr guten Herbstes sei Hotelplan Suisse operativ immerhin in den schwarzen Zahlen geblieben, sagte Stirnimann. Für 2017 zeigte sich der Hotelplan-Chef für die Gruppe angesichts der bisherigen Buchungslage zuversichtlich.

SDA/woz

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