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Griechische Apotheker nehmen nur noch Bargeld

Athen Die Schuldenkrise in Griechenland wirkt sich auch auf das Gesundheitswesen aus.

Die Krankenkassen begleichen ihre Schulden immer unregelmässiger. Nun haben die Apotheker reagiert: Seit mehr als zehn Tagen akzeptieren sie ärztliche Rezepte nicht mehr und geben Medikamente nur noch gegen Bargeld heraus. Die Patienten müssen die Kosten selbst begleichen und das Geld anschliessend selbst von den staatlichen Krankenkassen zurückfordern. Wegen des Geldmangels bei den Kassen dauert das aber in der Regel Monate oder sogar bis zu einem Jahr, berichteten griechische Medien am Mittwoch. Medikamenten-Lieferungen gestoppt Die schlechte Zahlungsmoral öffentlicher Einrichtungen in Griechenland bekommen auch Schweizer Pharmaunternehmen zu spüren. Am Montag gab Actelion eine Gewinnwarnung für das Geschäftsjahr 2011 heraus. Als Grund gab der Konzern die wirtschaftliche Situation in Südeuropa an, wo öffentliche Spitäler und Einrichtungen ihre Schulden nicht mehr begleichen. Bereits vergangenen September hatte Roche Medikamenten- Lieferungen an einige zahlungsunwillige Spitäler in Griechenland gestoppt. Laut Konzernchef Severin Schwan hatten die staatlichen Einrichtungen ihre Rechnungen zum Teil seit vier Jahren nicht mehr beglichen. Die Schuldenlast des griechischen Staates ist inzwischen zu einem Risiko für die Gesundheitsversorgung geworden. Vor allem Medikamente gegen Bluthochdruck sind in Teilen von Athen knapp geworden. Rentner mit geringem Einkommen müssen sich ausserdem Geld leihen, um ihre Medizin zu bezahlen. Nach Ansicht der Apothekerin Ioanna Kimpezi hat der Geldmangel bei den Krankenkassen einen Teufelskreis in Gang gesetzt. Denn auch die Apotheker bekommen Medikamente nur noch gegen Bargeld vom Grosshandel. Der wiederum muss selbst Bares zahlen, um die Arzneimittel von der Pharmaindustrie zu bekommen. «Uns bleibt keine andere Wahl, als Bargeld zu verlangen», sagte die Apothekerin. Der Bargeldzwang soll mindestens bis Freitag dauern. Dann wollen die Apotheker neu entscheiden, wie es im Streit um die Schulden der Krankenkassen weitergehen soll.

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