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«Wir haben 40 Jahre lang falsche Einwanderungspolitik gemacht»

Grosse Fragen zum Jahreswechsel: Der EU-Abgeordnete Daniel Cohn-Bendit über Unfähigkeit der regierenden Politiker. Über deren Angst, mutig für eine Vertiefung der europäischen Integration einzustehen. Und über die Schweiz.

«Entweder lernt die Schweiz, einen verfassungsmässigen Rahmen zu respektieren, oder sie wird in grosse Probleme geraten», sagt Daniel Cohn-Bendit.
«Entweder lernt die Schweiz, einen verfassungsmässigen Rahmen zu respektieren, oder sie wird in grosse Probleme geraten», sagt Daniel Cohn-Bendit.
Keystone

Derzeit treiben die Devisenmärkte die Politiker wieder vor sich her. Nach der Finanzkrise dachten viele, die Politik hätte das Primat über die Wirtschaft übernommen. Was ist schiefgelaufen? Die Finanzkrise hat letztlich die Vorstellungskraft der Menschen überstiegen und übersteigt sie immer noch. Sie hat aufgezeigt, dass unser Wirtschaftssystem einen immanenten Fehler hat, der es jederzeit wieder zum Zusammenbruch führen kann. Die Krise hat den Irrglauben offengelegt, dass das System des Kapitalismus immer mehr Rendite hervorbringen kann. Beispielhaft ist das im Fall Madoff zutage getreten: Da kommt einer und garantiert jedes Jahr 10 Prozent Rendite. Jeder normale Mensch muss da doch stutzig werden. Aber nein, alle wollten daran glauben. Der Finanzkapitalismus war längst in unsere Köpfe eingedrungen. Deshalb ist es auch so schwierig, die politischen Konsequenzen aus der Krise zu ziehen.

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