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Die Ärgernisse mit der Kreditkarte

Transaktionszuschläge und mangelnde Transparenz bei den Wechselkursen können für böse Überraschungen nach dem Urlaub sorgen.

Schwierige Wahl: Die Suche nach der richtigen Kreditkarte gleicht einer Lotterie.
Schwierige Wahl: Die Suche nach der richtigen Kreditkarte gleicht einer Lotterie.
Keystone

In den Ferien mit der Kreditkarte zu bezahlen ist einfach und praktisch. Das böse Erwachen folgt oft erst mit der Abrechnung: Dann ist das Essen im schicken Restaurant plötzlich teurer, und das Hotelzimmer kostet viel mehr als einst im Kopf berechnet.

Anders als im Inland, wo beim Einkauf mit der Visa- oder Mastercard für den Kunden keine Gebühr erhoben wird, ist das Zücken der Karte im Ausland nicht kostenlos. Auf Auslandtransaktionen wird von den Kreditkarten-Herausgebern nämlich eine Gebühr von 0,9 bis 2,5 Prozent des ausgegeben Betrags erhoben.

Unterschiedliche Wechselkurse

Die Hotelrechnung über 450 Euro beläuft sich so auf bis zu 461.25 Euro. Doch nicht nur der Transaktionszuschlag schlägt aufs Portemonnaie des konsumfreudigen Touristen: Je nach Herausgeber der Kreditkarte werden die Fremdwährungsbeträge nämlich zu unterschiedlich günstigen Wechselkursen in Franken umgerechnet.

Alleine für besagte Hotelrechnung über 450 Euro kann die Preisdifferenz von einer zur anderen Kreditkarte durch die verschiedenen Wechselkurse über 8 Franken betragen. Je mehr Einkäufe und je grösser die ausgegebenen Beträge, desto mehr fallen die Differenzen natürlich ins Gewicht.

Ärgernis für Kreditkartenbesitzer

Für den Kredikartenbesitzer ärgerlich ist, dass er nicht weiss, zu welchem Wechselkurs seine Einkäufe abgerechnet werden. Denn den Wechselkurs sieht er erst auf der Abrechnung.

Das hat einerseits damit zu tun, dass zwischen dem Einkauf im Ausland und der Verarbeitung der Transaktion in der Schweiz einige Tage vergehen. Anderseits informieren die Kreditkarten-Herausgeber auch nicht transparent über die Wechselkurse, mit denen sie arbeiten.

Fast keine Angaben zu Wechselkursen

Während die Transaktionsgebühr in den Geschäftskonditionen ausgewiesen werden muss und teilweise sogar separat auf den Abrechnungen aufgeführt wird, steht zu den Wechselkursen in den Prospekten und auf den Internetseiten der Kartenherausgeber nur wenig oder nichts.

Swisscard, die nach eigenen Angaben grösste Kreditkarten- Herausgeberin der Schweiz, gab auf Anfrage bekannt, den Devisenverkaufskurs der Mutterbank Credit Suisse zu verwenden. Bei der UBS wird der bankeigene Devisenverkaufskurs des Vorabends verwendet. Auch die Postfinance greift auf Devisenverkaufskurse der UBS zurück.

Die Viseca, die Kreditkarten für die Kantonal-, die Raiffeisen- und zahlreiche weitere Banken herausgibt, verwendet für ihre Umrechnung einen Kurs, den sie aus den Devisenverkaufskursen zahlreicher Banken berechnet und einmal täglich fixiert. Und auch bei der Cornèrbank wird mit dem Retail-Wechselkurs ein Wechselkurs benutzt, in den bereits eine Marge für die Bank eingebaut ist.

Zwei Herausgeber tanzen aus der Reihe

Eine andere Praxis als die meisten Kreditkarten-Herausgeber pflegen einzig die GE Money Bank und die Jelmoli Bonus Card, die auch die mit dem Halbtax-Abonnement kombinierte Kreditkarte der SBB anbietet. Sowohl die GE Money Bank als auch Jelmoli Bonus Card verwenden statt eines Devisenwechselkurses einen Interbankenkurs.

Dieser enthält keine oder nur eine kleine Marge auf den Wechselkurs, auf den sich die Banken im Devisenhandel untereinander stützen. Mit anderen Worten: Der Kreditkartenbenutzer zahlt für seinen Einkauf im Ausland nur ein Mal eine Gebühr und nicht zwei Mal.

Stichproben diverser Zeitschriften zeigen, dass Kreditkarten mit einer höheren Transaktionsgebühr dank besseren Wechselkursen unter dem Strich oft günstiger sind als jene mit eher tieferen Gebühren. In den jüngsten Tests des Konsumentenmagazins «Saldo» und der «SonntagsZeitung» schneiden die Kreditkarten von Jelmoli Bonus Card bei den Einkäufen im Ausland jeweils am Besten ab.

Mangelnde Transparenz

Ein Vergleich der Kreditkarten mit Berücksichtigung der Wechselkurse sei nicht möglich, hiess es beim Internetvergleichsdienst Comparis auf Anfrage. Namentlich kritisiert wird das intransparente Verhalten der Kartenherausgeber. Auf der Comparis-Homepage findet sich zwar ein Kreditkartenvergleich, allerdings kann dieser die unterschiedlichen Wechselkurse nicht berücksichtigen.

So gleicht die Suche nach der richtigen Kreditkarte einer Lotterie: Denn nebst den sich stark unterscheidenden Kosten für Auslandseinkäufe gilt es auch, die unterschiedlichen Jahresgebühren sowie die zahlreichen Bonusprogramme, mit denen Kreditkartenumsätze belohnt werden, zu berücksichtigen.

SDA/cra

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