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Euro-Leitzins bleibt auf Rekordtief

Die Europäische Zentralbank (EZB) belässt ihren Leitzins bei 0,25 Prozent – trotz der niedrigen Inflationsrate.

Die Inflation liegt weit unter dem Zielwert der Europäischen Zentralbank: EZB-Chef Mario Draghi an einer Pressekonferenz. (4. Juli 2013)
Die Inflation liegt weit unter dem Zielwert der Europäischen Zentralbank: EZB-Chef Mario Draghi an einer Pressekonferenz. (4. Juli 2013)
Reuters

Die Inflation im Euro-Raum ist gefährlich niedrig, die Konjunkturerholung labil. Die Europäische Zentralbank (EZB) bleibt dennoch vorerst in Lauerstellung. Europas Währungshüter lockern die Zinsschraube noch nicht weiter.

Zwar erwartet die EZB auch in den kommenden Monaten Teuerungsraten, die weit von ihrem Stabilitätsziel von knapp unter 2,0 Prozent entfernt sind. Notenbank-Präsident Mario Draghi betonte jedoch am Donnerstag, dass sowohl nach oben als auch nach unten die Risiken der Preisentwicklung begrenzt seien.

Draghi sieht keine Deflationsgefahr

Im Januar war die Jahresteuerung im Euro-Raum – vor allem wegen sinkender Energiepreise – auf 0,7 Prozent gefallen. Das hatte neue Sorgen vor einer Deflation entfacht. Diese Gefahr sieht Draghi derzeit allerdings nicht: «Gibt es eine Deflation? Die Antwort ist Nein.»

Zum Teil sei die niedrige Inflation auch mit den Preisanpassungen in den Krisenländern verbunden, die wettbewerbsfähiger werden müssten. «Und das ist willkommen», erklärte Draghi. Zudem deuteten aktuelle Konjunkturdaten eher darauf hin, dass die Nachfrage anziehe statt nachlasse.

Insgesamt sah der EZB-Rat am Donnerstag somit zunächst keine Veranlassung, die Zinsen noch weiter zu senken. Der Leitzins im Euroraum bleibt auf dem Rekordtief von 0,25 Prozent. Das hatten die meisten Ökonomen so auch erwartet.

Zinssenkung im März möglich

Einige Beobachter rechnen nun im März mit einem nächsten Zinsschritt nach unten: Dann nämlich veröffentlichen die Währungshüter auch ihre neuesten Wachstums- und Inflationsprognosen. Bisher prognostiziert die EZB im laufenden Jahr eine Teuerung von 1,1 Prozent.

Draghi betonte bereits nun, dass die EZB die Risiken anhaltend niedriger Inflationsraten nicht unterschätze: «Wir stehen bereit und sind gewillt - falls nötig - zu handeln.» Die Notenbank beobachte die Inflationsentwicklung sehr genau.

Draghi bekräftigte zudem erneut die Einschätzung der Notenbank, dass die Niedrigzinsphase noch für einen längeren Zeitraum anhalten werde. Niedrige Zinsen verbilligen tendenziell Kredite und Investitionen und kurbeln so die Wirtschaft an. Das stärkt normalerweise den Preisauftrieb.

Ein Risiko für die allmähliche wirtschaftliche Erholung des Euroraums sieht Draghi in den Turbulenzen an den Finanzmärkten vieler Schwellenländer. Schwächere Exporte könnten die Euro-Wirtschaft ebenso gefährden wie mangelnde Binnennachfrage und verschleppte Strukturreformen in einigen Mitgliedsländern der Währungsunion.

SDA/ldc

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