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EU will Schattenbanken strenger regulieren

Sie waren ein Auslöser der Finanzkrise – nun will die EU die Schattenbanken besser unter Kontrolle bringen. Als ersten konkreten Punkt nimmt man sich in Brüssel die Geldmarktfonds vor.

Bessere Regulierung: Binnenmarktkommissar Michel Barnier bei einer Pressekonferenz in Brüssel. (24. Juli 2013)
Bessere Regulierung: Binnenmarktkommissar Michel Barnier bei einer Pressekonferenz in Brüssel. (24. Juli 2013)
Keystone

Zum besseren Schutz vor neuen Finanzkrisen hat die EU-Kommission verschärfte Regeln für die sogenannten Schattenbanken gefordert. Der für die Wirtschaft wichtige Sektor müsse nach dem Beispiel der regulären Banken stärker reguliert werden, erklärte Binnenmarktkommissar Michel Barnier heute in Brüssel. Schattenbanken sind ein spezieller Teil der Finanzwirtschaft, der der Kreditvermittlung ausserhalb des regulären Bankensektors dient.

Barnier will Schattenbanken nicht verbieten, weil sie wichtig seien, um die Realwirtschaft mit Geld zu versorgen. Auf der anderen Seite sollen Risiken verringert werden, wenn zum Beispiel eine Schattenbank eingegangene Verpflichtungen nicht zahlen kann. Gerade weil die regulären Banken in den vergangenen Jahren strengeren Regeln unterworfen wurden, könnte ein Teil der Geschäfte nach Einschätzung der Kommission in den Sektor der Schattenbanken abwandern.

Neue Regeln

Als ersten konkreten Punkt hat sich Brüssel die sogenannten Geldmarktfonds vorgenommen. Sie investieren in besondere Wertpapiere mit kurzen Laufzeiten, die zum Beispiel von Banken, Unternehmen und Regierungen ausgegeben werden. Die EU-Kommission schlägt nun unter anderem gesetzliche Liquiditätsreserven vor. Demnach sollten mindestens zehn Prozent des Portfolios eines Fonds aus täglich fälligen Papieren bestehen. Das würde bedeuten, dass die Fonds vorgesorgt haben, wenn Investoren kurzfristig Mittel von ihnen zurückhaben wollen.

Letztlich würden die neuen Regeln jedem einzelnen dienen, erklärte die Kommission. Denn es gehe darum, die Risiken zu senken, die Schattenbanken für die Stabilität des Finanzsystems darstellen. Dadurch könnten Situationen verhindert werden, «in denen Staaten, Regierungen und Bürger für das Reparieren der Schäden am Finanzsystem verantwortlich sind».

AFP/ajk

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